Schild Schwurgerichtssaal Sitzung oeffentlich (Foto: SWR, Hardy Faißt)

Prozess am Landgericht Rottweil

Mordanklage: Mann aus Horb soll Mutter und Bruder angezündet haben

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Am Landgericht Rottweil hat am Mittwoch der Mordprozess gegen einen 38-jährigen Mann aus Horb-Talheim begonnen. Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklage verlesen.

Der psychiatrische Gutachter, der die Verhandlung zwingend begleiten müsse, sei verhindert, so der Richter. Daher war die Verhandlung nach einer knappen Viertelstunde schon wieder geschlossen. Der Prozess wird Mitte Oktober fortgesetzt. Der 38-Jährige soll laut Anklage seine 72-jährige Mutter und seinen Zwillingsbruder in Horb-Talheim (Kreis Freudenstadt) in einer Nacht Ende März mit Benzin übergossen und angezündet haben. Die Mutter starb gut zwei Wochen später, der Zwillingsbruder überlebte. Der mutmaßliche Täter flüchtete. Die Polizei leitete eine europaweite Fahndung ein und fasste den Tatverdächtigen kurze Zeit später in Marxzell bei Karlsruhe. Eine Zeugin hatte ihn mit schweren Brandverletzungen auf einem Parkplatz gefunden.

Der 38-jährige Angeklagte sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Hinter der Tat steckt nach Einschätzung der Ankläger ein Familiendrama. Gegen den Angeklagten ist zudem ein Verfahren wegen des Besitzes kinder- und jugendpornographischer Bilder anhängig, das laut Gericht möglicherweise mit dem Verfahren verbunden wird. Einzelheiten soll der Prozess am Rottweiler Landgericht bringen. Es sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

Feuerwehr war zu brennendem Einfamilienhaus gerufen worden

In der Tatnacht war die Feuerwehr zu einem brennenden Einfamilienhaus nach Horb-Obertalheim gerufen worden. Vor dem Haus fanden die Feuerwehrleute zwei Menschen mit schweren Brandverletzungen. Dabei handelte es sich um die 72-jährige, mittlerweile verstorbene Mutter und den Zwillingsbruder des Angeklagten.

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SWR