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In der Region Neckar-Alb sollen Solarparks auch auf landwirtschaftlichen Flächen gebaut werden. Bisher war das nur entlang von Autobahnen, Bahnstrecken, auf militärischen Konversionsflächen und ehemaligen Deponien möglich.

Solarpark (Foto: dpa Bildfunk, Bernd Settnik)
Auch die Region Neckar-Alb setzt nun auf Solarparks für die Energiewende Bernd Settnik

Der Regionalverband Neckar-Alb hat vor kurzem dafür den Regionalplan geändert. Der Bau von Solaranlagen ist zwar auch noch mit Auflagen verbunden, aber doch viel einfacher als in der Vergangenheit. Wenn die Region einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten möchte, sei die stärkere Nutzung der Sonnenenergie unumgänglich, heißt es in der Begründung des Regionalverbands. Der neue Regionalplan liegt gerade zur Prüfung im Wirtschaftsministerium in Stuttgart, hieß aus der Geschäftsstelle in Mössingen. Bis Ende des Jahres könnte alles in trockenen Tüchern sein und im nächsten Jahr mit dem Bau neuer Solarparks begonnen werden.

Anträge von Landwirten in Münsingen

In Münsingen (Kreis Reutlingen) liegen zwei Anträge von Landwirten aus Ortsteilen vor, sagte Bürgermeister Mike Münzing dem SWR. Nach den Sommerferien will der Gemeinderat den Bebauungsplan entsprechend ändern. Dabei achtet auch Münsingen darauf, dass die Solaranlage ins Landschaftsbild passt. Außerdem müssen die Landwirte ihr sonstiges Solarpotenzial ausgereizt haben, in der Regel auf Dachflächen.

Schafweide und Magerwiesen

Kritiker befürchten, dass die Landschaft verschandelt wird oder guter Ackerboden verloren geht. Der Regionalverband nimmt die Einwände ernst und hat konkrete Vorgaben in den neuen Regionalplan aufgenommen. So darf auf Streuobstwiesen und in Feuchtgebieten nichts gebaut werden. In den Anlagen soll Schafbeweidung möglich sein. Magerwiesen sollen erhalten bleiben oder entstehen. Die Verschattung ist begrenzt. Es kommen nur benachteiligte Gebiete in Frage, also Böden, auf denen die Landwirte wenig Ertrag erzielen.

Großes Interesse an Solarparks

Die Gemeinden haben ständig Anfragen von Investoren. Sie haben Solarparks seit 2017 verstärkt in den Blick genommen, weil der Bund den Bau solcher Anlagen fördert und die Einspeisevergütung erhöht hat. Es gibt also schlicht mehr Geld für den produzierten Strom.

Investoren und Stadtwerke unterstützen Energiewende

Solarpark Denkingen (Foto: Pressestelle, Energiegenossenschaft Rottenburg)
Energiegenossenschaft Rottenburg engagiert sich bei Solarparks. Pressestelle Energiegenossenschaft Rottenburg

Die Stahlgruppe aus Walddorfhäslach (Kreis Reutlingen), die in Wind- und Solarkraftwerke investiert, schaut nun auch in die Region, sagte Geschäftsführer Gunther Stahl dem SWR. Die Bedingungen haben sich geändert. Ende Mai hat der Rottenburger Gemeinderat Flächen entlang der Autobahn in Aussicht gestellt. Die Energiegenossenschaft Rottenburg hat sich am Ausbau des Solarparks Denkingen (Kreis Tuttlingen) beteiligt und mehr als 600.000 Euro investiert.

Sonnenenergie stärker nachgefragt

Auch die Stadtwerke Tübingen haben wieder Interesse. Sie betreiben bereits Anlagen auf alten Deponien in Hechingen und Horb, sowie auf dem früheren Bundeswehrgelände Haid auf der Alb. Diese Solarparks gibt es seit etlichen Jahren. Seither ist wenig passiert. Nun kann man durchaus von einer Aufbruchstimmung sprechen.

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