Ein Edeka-Supermarkt in Loßburg (Kreis Freudenstadt) (Foto: SWR)

Beschäftigte waren ohne Mundschutz

Wollte keine Maske tragen: Loßburger EDEKA-Chef verliert vor Arbeitsgericht Pforzheim

STAND
AUTOR/IN
Peter Lauber

Ein Supermarktleiter in Loßburg hat seinen Job verloren, weil er seine Beschäftigten von der Maskenpflicht befreit hatte. Mit seiner Klage vor dem Arbeitsgericht Pforzheim hatte er keinen Erfolg.

Dem wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen entlassene Marktleiter einer Edeka-Filiale in Loßburg (Kreis Freudenstadt) steht keine Lohnfortzahlung zu. Das hat am Dienstag das Arbeitsgericht in Pforzheim entschieden. Der Leiter eines EDEKA-Marktes in Loßburg (Kreis Freudenstadt) hatte im Mai 2020 seine damals 28 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von der Pflicht, eine Maske zu tragen, befreit. Aus Sorge um die Gesundheit seiner Angestellten, so die Begründung des Filialleiters. Dies fiel dem Freudenstädter Landrat Michael Rückert (CDU) zufällig auf, als er in dem Markt einkaufte. Er stellte den Chef der Filiale zur Rede, der aber blieb bei seiner Haltung. Das sei ein klarer Rechtsverstoß, so das Landratsamt.

Marktleiter klagte gegen Kündigung

Das Gesundheitsamt wurde tätig, seitdem hielten sich die Mitarbeitenden an die Maskenpflicht. Der Chef hingegen weigerte sich weiter beharrlich, woran auch zahlreiche Mahnungen der Edeka-Zentrale nichts änderten. Die Genossenschaft, die den Edeka in Loßburg betreibt, reagierte daraufhin und stellte den Marktleiter frei und kündigte ihm später. Der Kläger erklärte dem SWR am Dienstag, er fühle sich zu Unrecht behandelt.

"Ich bin kein Spinner, der sich leiten lässt."

Der Mann wollte das nicht hinnehmen, er klagte auf Lohnfortzahlung. Dies lehnte das Gericht am Dienstag ab. Auch vom Kläger vorgelegte Atteste seien so formuliert, dass sie ihn nicht grundsätzlich vom Maskentragen befreit hätten, heißt es in der Urteilsbegründung.

Das Arbeitsgericht Pforzheim hat den Masken-Eklat von Loßburg verhandelt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Uli Deck/dpa | Uli Deck)
Das Arbeitsgericht hat den Masken-Eklat von Loßburg verhandelt. picture alliance / Uli Deck/dpa | Uli Deck

Auf der anderen Seite stehe EDEKA als Arbeitgeber in der Pflicht, die Corona-Verordnung zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern umzusetzen. Am Mittwoch geht der Prozess weiter, dann geht es um die Kündigungsschutzklage.

Mehr zum Thema

Baden-Württemberg

Corona-Regeln ab 3. April Maskenpflicht in BW gefallen – Kretschmann setzt auf Freiwilligkeit

Seit dem 3. April sind die meisten Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg weggefallen – wie Maskenpflicht und 3G-Regel. Auch die Hotspot-Regeln des Bundes kommen nicht zum Zug.

STAND
AUTOR/IN
Peter Lauber