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Das Erdbeben auf der Schwäbischen Alb in der Nacht zum Montag hat laut Polizei keine Schäden verursacht. Allerdings hatten viele Menschen eine schlaflose Nacht.

Das Erdbeben hat nachts um 1:59 Uhr viele aus dem Bett schrecken lassen. Das Epizentrum lag in Albstadt im Zollernalbkreis. Mit einer Stärke von 3,8 auf der Richterskala wird das Beben als "mäßig stark" eingestuft, so Stefan Stange vom Landeserdbebendienst in Baden-Württemberg. Zu spüren war es in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern. Bei der Polizei klingelte das Telefon mehr als 60 Mal, sagte ein Sprecher dem SWR.

Die Wahrnehmung des Erdbebens sei deshalb so deutlich gewesen, weil das sogenannte Hypozentrum verhältnismäßig flach unter der Erdoberfläche gelegen habe, so Stange. Bis Montagmittag seien "über 1.400 Wahrnehmungsmeldungen aus der Bevölkerung eingegangen".

Schweres Erdbeben liegt 40 Jahre zurück

Für die Zollernalb ist laut Stange ein solches Erdbeben nicht ungewöhnlich. "Das letzte allgemein spürbare Erdbeben hat sich dort im Dezember 2017, mit einer Magnitude von 2,2, ereignet." Im Raum Albstadt habe es das letzte schwere "Schadenserdbeben" im September 1978 mit einer Magnitude von 5,7 und einer Gesamtschadenssumme von etwa 250 Millionen D-Mark gegeben.

Auch am Bodensee sind seit Juli mehrere spürbare Erdbeben aufgetreten, trotzdem könne man im langjährigen Mittel nicht von einer Zu- oder Abnahme der Erdbebentätigkeit sprechen, so Stange. Auch eine Erdbebenvorhersage lasse sich daraus nicht ableiten und sei nicht möglich.

Auch wenn laut Stange in Deutschland die Gebiete mit der höchsten Erdbebengefährdung in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen liegen, sei im internationalen Vergleich die Erdbebengefährdung hierzulande immer noch als gering zu betrachten.

Beben ist Thema Nummer eins

Einige Menschen haben das Beben in der Nacht zum Montag als "schrecklich" beschrieben. Von klirrenden Gläsern, wackelnden Schränken und Betten war die Rede. Manche berichten auch von einem Knall oder Donnern und davon, dass sie nicht mehr einschlafen konnten. Einige Anrufer hätten wissen wollen, ob sie das Haus verlassen sollen. Im Falle eines Erdbebens sollte man laut Stange während eines Erdbebens das Haus nicht verlassen und im Freien möglichst großen Abstand zu Gebäuden wahren. "Vor herabfallendem oder umstürzendem Mobiliar sollte man unter einem Tisch Schutz suchen." Dass Häuser einstürzen sei bei der hiesigen Bausubstanz und den nicht so starken Erdbeben sehr unwahrscheinlich.

Straße gesperrt

Nach Angaben der Stadt war am Montag die Kreisstraße zwischen Albstadt-Laufen und Hossingen/Tieringen gesperrt. Ein Messgerät, das unter anderem auf Erschütterungen reagiert, habe einen Alarm ausgelöst. Die Straße sei deshalb vorsorglich gesperrt worden. Ob sich dort tatsächlich Erdmassen bewegt haben, oder ob es sich um einen Fehlalarm handelt, war am Montag noch unklar.

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