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Der scheidende Landrat Thomas Reumann räumt gerade auf, wenn er angesichts der Corona-Lage im Kreis dazu kommt. Er geht zum Monatsende nämlich in den Ruhestand: nach 16 Jahren. Da werden viele Erinnerungen wach.

Nicht nur das vergangene Krisenjahr inklusive der eigenen Covid-19-Erkrankung werden ihm lange im Gedächtnis bleiben, so Reumann. Auch die vielen anderen Herausforderungen, die es im Landkreis Reutlingen zu bewältigen gab: die Vogelgrippe, den enormen Hagelschaden im Jahr 2013, der Zuzog von vielen Geflüchteten. All die Erfahrungen, besonders die vielen Begegnungen, möchte Thomas Reumann nicht missen, sagte er bei seinem Besuch im SWR Studio Tübingen.

Große Projekte im Kreis Reutlingen mit angestoßen

Ein beträchtlicher Teil des Kreisgebiets Reutlingen liegt inzwischen in einem Biosphährengebiet. Laut Reumann ein Mammutprojekt, das jahrelange Vorplanungen, viele Gespräche und Geduld brauchte.

"Unser Biosphärengebiet wäre nie entstanden ohne tausend Menschen mit ihren kreativen Projekten."

Thomas Reumann rückblickend

Gleiches gelte für das von Thomas Reumann geleitete Projekt der Regionalstadtbahn Neckar-Alb, dem über 200 Kilometer langen Streckennetz von Bad Urach über Tübingen nach Horb und Albstadt-Ebingen, so Reumann weiter. Ihm sei besonders wichtig gewesen, dass auch die Ermstalbahn mit aufs Gleis kommt. Im SWR-Gespräch zeigte sich Reumann zuversichtlich, dass die Regionalstadtbahn tatsächlich kommt.

Dankbarkeit und Respekt gegenüber den Mitarbeitern

Thomas Reumann zeigt sich dankbar für die vielen tatkräftigen Mitarbeiter und Mitstreiter an seiner Seite in den vergangenen 16 Jahren. Das gemeinsame Krisenmanagement sei in den vergangenen Wochen und Monaten durch die Corona-Pandemie nochmal besonders gefordert worden.

"Ich habe großen Respekt vor meinem Team, was wir gemeinsam mit den Städten und Gemeinden geschafft haben."

Thomas Reumann, scheidender Landrat, Kreis Reutlingen

Und wie geht es weiter, wirklich Ruhestand?

Reumann habe jeglicher Versuchung widerstanden, weiterhin irgendwelche Vereins-Posten innezuhaben. Er sei froh, dass sein Nachfolger Ulrich Fiedler den Vorsitz beispielsweise der Gesundheitskonferenz und der Inklusionskonferenz übernimmt. "Ich halte nichts davon, an der Seitenlinie zu stehen und Dinge im Zweifel auch noch besser zu wissen", sagte er im SWR. Lieber helfe er in Zukunft mehr im Reitstall seiner Frau mit und kümmere sich dort um den vielen "Mist", der da anfalle - Pferdemist natürlich. Darüber schmunzelte Reumann selbst.

Was ist eigentlich mit dem Pferd des Scheichs passiert?

2006 hat Thomas Reumann von einem Scheich aus den Arabischen Emiraten eine Araber-Stute bei dessen Deutschlandbesuch geschenkt bekommen. Im Mai 2007 wurde die trächtige Stute "geliefert". Lange Zeit war die Araber-Stute im Gestüt Marbach untergebracht, denn als Beamter durfte Reumann das Geschenk nicht annehmen. Jetzt ist es bei ihm auf der Weide. Er hat die Stute gekauft.

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