Die Türe zum Schwurgerichtssaal des Landgerichts Tübingen steht einen Spalt offen. (Foto: SWR, Anette Hübsch)

Streit ums Geld könnte Motiv gewesen sein

Landgericht Tübingen startet Mordprozess: Tochter soll Mutter in Gechingen getötet haben

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Am Landgericht Tübingen hat der Mord-Prozess gegen eine 48-jährige Frau begonnen. Sie soll ihre Mutter in Gechingen (Kreis Calw) getötet haben. Die Angeklagte schweigt.

Während die Anklage verlesen wurde, saß die 48-Jährige fast reglos auf der Bank, die Hände auf dem Tisch verschränkt und mit leerem Blick. Angeklagt ist sie wegen Mordes aus Habgier. Außerdem wird ihr Betrug in mehreren Fällen und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Ende Oktober 2021 hatten Angehörige die Leiche der Seniorin in ihrer Wohnung in Gechingen (Kreis Calw) gefunden. Als sich der Verdacht gegen die Tochter der Seniorin erhärtete, wurde die Frau nach der Beerdigung des Opfers noch auf dem Friedhof festgenommen.

Staatsanwaltschaft Tübingen sieht Internetkäufe als Motiv

Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass die Beschuldigte im vergangenen Jahr immer wieder über das Konto der Eltern im Internet eingekauft hat. Mehr als 30 mal soll sie Überweisungen getätigt haben. Dabei sei ein Schaden von 7.000 Euro entstanden. Dann habe die Mutter bemerkt, dass ihre Tochter sich ohne Vollmacht am Geld der Eltern bedient. Daraufhin habe die Angeklagte sich entschlossen, ihre Mutter zu töten.

In der Wohnung in Gechingen erst gewürgt, dann erschlagen

Die Tochter soll zunächst versucht haben, ihre Mutter mit einem Kissen zu ersticken. Wohl aufgrund der erheblichen Gegenwehr der 75-Jährigen gelang das nicht. Deshalb soll die Angeklagte ihre Mutter mit einem Schlag ins Gesicht "vorübergehend ruhig gestellt" haben. Dann soll sie der Mutter mit einer Eisenstange mehrfach massiv auf den Hinterkopf geschlagen und sie so getötet haben. Das Verfahren geht nun am 8. September weiter.

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SWR