Evangelische Kirche in der Welt

200. Landesmissionsfest in Tübingen

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Die Württembergischen Missionswerke haben am Wochenende in Tübingen ihr 200. Landesmissionsfest gefeiert. Thema war die Partnerschaft der evangelischen Gemeinden in aller Welt.

Ohne Corona hätten sich am Wochenende rund um die Tübinger Stiftskirche verschiedene Missionswerke und kirchliche Organisationen vorgestellt und ihre Arbeit präsentiert. Wegen der Pandemie musste das Landesmissionsfest nun aber deutlich kleiner ausfallen. Am Samstag gab es einen Onlinevortrag zur 200-jährigen Geschichte des Landesmissionsfests, am Sonntag kam die evangelische Gemeinde zu einem Festgottesdienst zusammen.

Multikultureller Gottesdienst

Rund 100 Menschen kamen mit Maske und viel Abstand im Kirchenschiff der Tübinger Stiftskirche zusammen. Die Kantorei eröffnete den Gottesdienst, die Gläubigen sangen zusammen. Der Gottesdienst stand unter dem Motto "Die Welt in Tübingen". Prälat Christian Rose hielt die Predigt. Unterstützt wurde er dabei von einem Ehepaar aus Deutschland und Kamerun, das über den christlichen Glauben in Kamerun sprach, wo die Gottesdienste viel lebhafter seien als in Europa. Auch ein Pfarrer aus Korea hielt eine Predigt und erzählte, wie das Evangelium eigentlich nach Asien kam. Eine Christin aus Spanien und ein Christ aus Togo sprachen gemeinsam in ihrer jeweiligen Landessprache den Psalm "Gott ist König über alle Völker".

Partnerschaften in aller Welt

Überall auf der Welt leben Christen. Voneinander zu lernen und über den Tellerrand zu blicken, sei für die Kirchengemeinden besonders wichtig, sagt Dr. Gisela Schneider, Difäm-Direktorin und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Weltmission. Das Landesmissionsfest bringe die Welt nach Tübingen und mache deutlich, dass Tübingen nur ein Teil einer weltweiten Gemeinschaft sei, die in ganz unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten das Christentum lebe.

Missionsarbeit damals und heute

Missionsarbeit - das bedeutet heute vor allem, dass Kirchengemeinden Partnerschaften mit anderen in der Welt eingehen - oft in Entwicklungshilfeländern. Die deutschen Gemeinden unterstützen die Menschen vor Ort in der Gesundheitsversorgung oder in der Landwirtschaft. Früher war das anders, so Dieter Heidtmann von der Evangelischen Mission in Solidarität. Vor 200 Jahren hätten sich die Menschen mit einem gewissen Überlegenheitsgefühl in die Länder des Südens aufgemacht, um dort nicht nur den Glauben, sondern auch die westliche Kultur zu verbreiten. Missionieren in der Form gebe es heute nicht mehr. Denn andere Menschen aggressiv zu bekehren, funktioniere nicht und habe auch nie funktioniert, so Heidtmann. Auch Gisela Schneider vom Tübinger Difäm betont: Missionieren heiße heute nicht mehr bekehren, sondern authentisch den eigenen Glauben leben.

Ökumene als Vorbild für Krisenbewältigung

Für Dieter Heidtmann von der Evangelischen Mission in Solidarität könne die Ökumene, die Partnerschaft der Christen in aller Welt, ein Vorbild sein, um auch die weltlichen Krisen wie den Klimawandel zu meistern. Denn das ginge eben nur gemeinsam, so der Theologe.

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