Eine Mitarbeiterin eines Testzentrums hält einen Teststab für einen Schnelltest auf das Coronavirus in ihren Händen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg)

Reaktionen auf Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz

Gastronomie in BW: Kritik am Wegfall der kostenlosen Corona-Schnelltests

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3G-Regel und Wegfall der kostenlosen Tests - die Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz sorgen in der baden-württembergischen Gastronomie für Unmut.

Der baden-württembergische Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Fritz Engelhardt aus Pfullingen (Kreis Reutlingen), kritisierte im SWR nach der Bund-Länder-Konferenz vom Dienstag vor allem die Einführung der 3G-Regel für Gastronomiebetriebe (nur Zugang für Geimpfte, Getestete oder Genesene). Nach dem Neustart habe sich gezeigt, dass dies die Menschen von einem spontanen Besuch von Restaurants abhalte.

Kein Verständnis für Impfskeptiker

Generell hat Engelhardt kein Verständnis für Impfskeptiker. Diese hätten doch auch kein Problem sich impfen zu lassen, wenn sie ins Ausland fahren, wo Impfungen gegen Pocken oder Gelbfieber Voraussetzung für die Einreise seien. Die Corona-Impfung sei doch im Gesundheitsinteresse der gesamten Bevölkerung, sagte er.

Dehoga hofft auf Corona-Landesverordnung

Engelhardt setzt auf eine Corona-Verordnung der Landesregierung, die dafür sorgen müsse, dass die Betriebe offen bleiben können. Die Branche sei wegen der bisherigen Regelungen sehr verunsichert. Deshalb begrüßte der Dehoga-Vorsitzende die Ankündigung, dass künftig nicht nur der Inzidenz-Wert für Einschränkungen gelten soll, sondern auch die Krankenhausbelegung.

Engelhardt: Ländliche Regionen im Nachteil

Auch das Ende der kostenlosen Schnelltests findet Engelhardt nicht gut. Dies benachteilige Betriebe im ländlichen Raum. Die Gäste hätten weniger Möglichkeiten unkompliziert an qualifizierte Schnelltests zu kommen. Ab dem 11. Oktober soll es keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefinnen und -chefs beschlossen. Die Begründung: das Impfangebot für alle sei umfassend.

Tübingen bleibt bei kostenlosen Corona-Schnelltests

Auch die Tübinger Pandemiebeauftragte und Kreisvorsitzende des Roten Kreuzes (DRK), Lisa Federle, kritisierte im SWR das Ende der kostenlosen Schnelltests. Federle war wegen des "Tübinger Modells", das seit November flächendeckend in der Stadt solche Tests anbietet, bundesweit bekannt geworden. Die Notärztin will weiterhin kostenlose Tests zur Verfügung stellen und hat dafür auch die Unterstützung von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne).

Federle: Weitere Systeme in der Corona-Pandemie nötig

Die Menschen sollten weiterhin die Möglichkeit haben, sich schnell testen zu lassen. Dies sorge für eine hohe Sicherheit. Auch Geimpfte könnten an Corona erkranken. Federle hält es für eminent wichtig, dass sich die Menschen gegen Covid-19 impfen lassen. Darüber hinaus sollte es aber weitere Systeme wie das Testen geben, ist ihre Ansicht.

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