Größte Photovoltaikanlage in der Stadt: Sonnenstrom für 260 Haushalte

Kretschmann informiert sich in Tübingen über neuen Solarpark

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AUTOR/IN
Sarah Beschorner

Ministerpräsident Kretschmann hat sich am Freitagnachmittag über den Solarpark "Lustnauer Ohren" informiert. Dort entsteht gerade eine große Anlage auf einer Freifläche an der B27.

Mit dem neuen Solarpark an den "Lustnauer Ohren" bauen die Stadtwerke Tübingen, kurz swt, den ersten eigenen Freiflächen-Solarpark. Es wird die größte Photovoltaikanlage im Stadtgebiet auf einer Freifläche. Genutzt wird ein Areal, das sich für keine anderen Zwecke eignet, teilen die Stadtwerke mit. Eingekreist von Auf- und Abfahrten der Bundesstraße 27 bebauen die swt mit Solar-Modulen zwei kreisförmige Geländestücke. Das entspricht einer Gesamt-Modulfläche von knapp 5.400 Quadratmetern.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bezeichnete den Tübinger Solarpark im Ortsteil Lustnau als ein "gutes Pionierprojekt". Wenn man Flächen wie diese nicht nur vereinzelt, sondern im ganzen Land genauso nutze, käme man sicher in den Gigawatt-Bereich. Dann könne man bei der Energiewende die Geschwindigkeit erreichen, die für die Umsetzung nötig sei.

Luftbild der B27 von oben (Foto: SWR, swt - Metz)
Der Blick von oben zeigt die beiden mit Gras und Gestrüpp bewachsenen Flächen neben der Bundesstraße B27 (Stuttgart-Tübingen). swt - Metz

Mit der jährlich erwarteten Strommenge von ca. 1.160 Megawattstunden können rund 260 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke Tübingen. Die swt investieren 800.000 Euro.

"Dieser neue Solarpark ist ein Startsignal, um in Zukunft weitere Freiflächenanlagen an geeigneten Standorten zu realisieren."

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und Regierungspräsident Klaus Tappeser stellten das Projekt am Freitag vor. Nach einem Gang auf das Gelände des künftigen Solarparks erläuterten swt-Geschäftsführer Wiebecke und swt-Bereichsleiter Brühl den Planungsprozess für das Areal direkt an der Bundesstraße und tauschten sich dazu mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus. Anschließend besuchte Kretschmann noch die Firma Rösch in Tübingen. Die Firma verarbeitet Teile recycelter Plastikabfälle aus dem Mittelmeer zu technischen Textilien weiter.

Solarmodul auf einer Freifläche (Foto: SWR, Universitätsstadt Tübingen/ de Maddalena)
Die Genehmigung des Regierungspräsidiums wurde direkt am Standort des Solarparks übergeben. (V.l.n.r. Regierungspräsident Klaus Tappeser, Oberbürgermeister Boris Palmer, Stadtwerke-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke, BayWare Geschäftsführer Alexander Schütt). Universitätsstadt Tübingen/ de Maddalena

Den Solarpark errichten die swt unter anderem in Kooperation mit dem Tübinger Unternehmen BayWa r.e., das seinen Firmensitz unweit des Solarpark-Standorts hat. Nach den derzeitigen Montagearbeiten planen die swt eine Inbetriebnahme im Frühsommer.

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Sarah Beschorner