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Die Unternehmen Korn Recycling und Groz Beckert in Albstadt-Ebingen planen ein Kraftwerk, in dem Industriemüll verbrannt werden soll. Eine Bürgerinitiative ist dagegen.

Es soll ein Kraftwerk mit einem 40 Meter hohen Schornstein sein, worin Industrieabfall und Sperrmüll verbrannt werden. Eine Bürgerinitiative sieht darin eine Gefahr für Umwelt und Menschen, weil das Kraftwerk unterhalb des Malesfelsens in der Nähe von Schulen und Wohnhäusern entstehen soll. Die Unternehmen Korn Recycling und Groz Beckert sagen, dass die Anlage wichtig für die Umwelt und die Energiewende ist.

Recycling - Kraftwerk (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Julia Klebitz, SWR)
Die Recycling-Firma Korn plant ein Kraftwerk in Albstadt-Ebingen. Julia Klebitz, SWR

70.000 Megawattstunden Energie jährlich

Aus Müll soll in der modernen Anlage Strom entstehen. Der Unternehmer Alexander Korn betreibt unter anderem in Albstadt eine Abfallaufbereitungsanlage. Laut Korn entstehen dort aus 100.000 Tonnen Müll, der nicht weiter recycelt werden kann, im Jahr rund 75.000 Tonnen Ersatzbrennstoff. Korn verbrennt zum Beispiel Sperrmüll und Industrieabfälle. Verbrennen will er künftig direkt am Unternehmensstandort in Albstadt. Er rechnet mit 70.000 Megawattstunden Energie jährlich.

Unabdingbar für Energiewende

Den Strom nutzen will das Unternehmen Groz-Beckert. Das Firmengelände liegt direkt neben der Recycling-Firma. Es sei ein Vorzeigeprojekt und unabdingbar für die Energiewende, so Korn.

"Ohne Atomkraft, ohne Kohlekraftwerke und fossile Energieträger können wir sonst gar nicht die Energie herstellen, ohne dass wir aus Abfall einen Ersatzbrennstoff herstellen."

Alexander Korn, Recyclingfirma Albstadt-Ebingen

Wenn das Heizkraftwerk direkt neben der Sortieranlage gebaut wird, müssen die Ersatzbrennstoffe nicht mehr in andere Anlagen gebracht werden. Kritiker sagen jedoch, dass die Luft aus dem Kraftwerk nicht gut sei. Schließlich werde auch Plastik verbrannt, was Giftstoffe freisetzt.

Gemeinderat will über Projekt abstimmen

Albstadts Oberbürgermeister Klaus Konzelmann findet es richtig, dass sich die Firma Korn Gedanken macht, wie sie Ersatzbrennstoffe verwertet. Aber den Standort direkt am Werk in der Stadt könne er politisch nicht vertreten. In einem Industriegebiet im benachbarten Meßstetten kann sich der Oberbürgermeister das Kraftwerk dagegen vorstellen. Für Alexander Korn ist jedoch ein anderer Standort aktuell keine Option. Im Frühjahr will der Gemeinderat über das Projekt abstimmen.

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