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Sie sind neu im Nationalpark Schwarzwald, machen aber ihren Job, als hätten sie noch nie etwas anderes getan: die Koniks, halbwilde Pferde.

Die wildpferdähnlichen, kleinen Pferderassen grasen auf den Grinden, den traditionellen Bergweiden auf den Höhen des Nordschwarzwalds und helfen so mit beim Naturschutz. Denn anders als sonst im Schutzgebiet greift der Mensch auf den Grinden in die Natur ein und versucht möglichst viele der früheren Weideflächen wieder waldfrei zu bekommen. Damit sollen die dort lebenden bedrohten Tierarten geschützt werden. Die Koniks selbst machen ihre Arbeit dabei oft unbeobachtet, wie SWR-Reporter Markus Beschorner feststellen durfte. Er musste sich mit Forstwirt und Rangerin erst auf die Suche machen: durch Büsche und Unterholz.

Käfer und Waldvögel freuen sich

Für die Landschaftspflege und die Artenvielfalt sind die Koniks genau die Richtigen. Denn dort, wo sie waren, ist der Waldboden flächig mit Pferdeäpfeln bedeckt - zur Freude von anderen Tieren. In den Dung gehen nämlich Käfer, sagt Forstwirt Thomas Gamio, der im Nationalpark für die Weidetiere verantwortlich ist. Und die Käfer sind wiederum Futter für viele Waldvögel.

Zutrauliche Gras- und Strauchfresser

Die Koniks sind zutraulich und fressen vor allem das nährstoffarme Gras der Bergweiden. Außerdem halten sie die Heidelbeersträucher niedrig. Fettes Gras wie im Sommer im Rheintal würden sie nicht vertragen. Und auch wenn sie von Besuchern gefüttert würden, könnten sie schwer erkranken, sagt Nationalpark-Rangerin Friedericke Schneider. Deshalb ist das Betreten der Weide verboten.

halbwilde Konik Pferde Schliffkopf Nationalpark (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Die kleinen Konik-Pferde fressen sich durch die Heidelbeersträucher und tun damit Gutes. Markus Beschorner

Wohin im Winter mit den Koniks?

Wenn der Sommer oben im Nationalpark vorbei ist, geht es für die Koniks runter ins Rheintal. Im Winter grasen sie auf den Weiden eines Naturschutzprojektes in Kappel-Grafenhausen (Ortenaukreis). Und im Frühjahr geht es dann wieder weiter mit der Landschaftspflege auf den Nationalpark-Grinden. Medizinisch betreut wird das Projekt vom Zoo Karlsruhe.

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