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Das Ergebnis der Landtagswahl kurz zusammengefasst:
Die Grünen legen weiter zu, die CDU verliert nochmal deutlich an Stimmen. Die Sozialdemokraten bleiben auf niedrigen Niveau leidlich stabil und die FDP legt zu. Dazu, ganz wichtig: Die AfD hat im Landesschnitt über 5 Prozent verloren. Was das – auch mit Blick auf unserer Region bedeuten könnte – dazu derv Kommentar von Thomas Hagenauer

Eigentlich könnte das eine Traum – Ausgangsposition für Winfried Kretschmann und die Baden – Württembergischen Grünen sein: Eine breite Auswahl von möglichen Koalitionspartnern und Kombinationen. Eigentlich heißt, wenn da nicht noch die Corona – Pandemie wäre, die weite Politikfelder wie Klimawandel, Umbau der Wirtschaft, Veränderung der Arbeitswelt noch eine ganze Weile überlagern wird und uns sicher absehbar einen Politikalltag im Krisenmodus bescheren wird.
Die Traumposition für die Grünen hat aber auch eine noch tieferliegende Einschränkung, gerade in unseren ländlichen Regionen wie Nordschwarzwald oder Schwäbische Alb.
Zum einen sind – wenn man die Wahlkreiskarte anschaut – dort die letzten schwarzen Flecken im weiterhin Grün dominierten Land. Zwar haben die Grünen auch dort Stimmen geholt und ist die AfD auch dort deutlich geschwächt – aber genau dort hats die CDU nochmal geschafft und genau dort ist in der letzten Grün – Schwarzen Legislaturperiode so gut wie nichts vorangegangen in Punkto Energiewende und damit eben auch mit dem Thema Klimaschutz. So gut wie kein Ausbau der Windenergie, und auch für die Solarenergie sind die Aussichten da eher trüb. Und das eben obwohl es ein, wenn nicht DAS Kernthema der Grünen, auch von Winfried Kretschmann persönlich ist, und der bereits seit zehn Jahren Ministerpräsident im Lande ist.
Die Grünen – manche sehen in ihnen schon die einzig verbliebene Volkspartei – traten und treten an mit der Forderung nach Grundsätzlichem. Also Umdenken in Sachen Energieerzeugung und – Verbrauch, Mobilität und ökologisch verantwortlichem Strukturwandel.

Und sie werden, wann und wie immer wir aus der Corona – Zeit kommen, sich daran messen lassen müssen, ob oder wie es ihnen gelingt, auf dem Weg dorthin wirklich voranzukommen.
Und dabei gibt`s nicht nur die Schwarzen Flecken auf der Wahlkreiskarte sondern auch viele rote oder gelbe Fragezeichen. Denn so richtig greifbar wurden die Umbau - und Zukunfts - Konzepte der möglichen neuen Koalitionspartner SPD und der Liberalen nicht.
Und trotz grünem Traumergebnis wird`s entscheidend drum gehen, die Zukunftsthemen in den Köpfen vieler Wählerinnen und Wähler zu verankern, die mit Kretschmann den integrativen verlässlichen Krisenmanager und überzeugten Baden Württemberger gewählt haben. Und: sie müssen auch an die Zeit nach Kretschmann denken.

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