In Seewald-Besenfeld ist durch eine Kooperation von drei traditionellen Schwarzwälder Sägewerks- und Holzunternehmen das HolzBauWerk Schwarzwald entstanden. Außenansicht. (Foto: SWR, Jörg Heinkel)

Regionale Waldressourcen nutzen

Klimazielen ein Schritt näher: Großes Sperrholz-Werk in Seewald entsteht

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Luisa Sophie Klink

Im HolzBauWerk in Seewald (Kreis Freudenstadt) soll künftig Brettsperrholz produziert werden. Importe sollen so verringert und Arbeitsplätze im Nordschwarzwald geschaffen werden.

Ab Herbst soll die Produktion starten und Holz aus dem Schwarzwald in der Region verarbeitet werden. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) hat die große neue Holz-Verarbeitungsstätte in Seewald-Besenfeld am Mittwochnachmittag besichtigt.

Landwirtschaftsministerium: Holz wichtig für Baubranche

Das Brettsperrholz, das in der 13.000 Quadratmeter großen Halle produziert werden soll, ist besonders für das mehrgeschossige Bauen mit Holz oder Tragwerkskonstruktionen bedeutend. Im Bausektor muss laut Hauk dringend umgesteuert werden, um die massiven CO2-Emissionen zu senken und gleichzeitig zukunftsfähige Lösungen für die anstehenden Bauaufgaben zu liefern. "Ich bin überzeugt, mit dem Holzbau ist das möglich", so Minister Hauk im Rahmen der Werksführung.

"Unser Land will die Trends für nachhaltige und klimafreundliche Wirtschaftsmodelle setzen, um den Wohlstand von morgen zu sichern."

Innenansicht in die tiefe Werkshalle mit einer langen, holzverarbeitenden Maschine (Foto: SWR, Anna Priese)
In Seewald-Besenfeld ist durch eine Kooperation von drei traditionellen Schwarzwälder Sägewerken und Holzunternehmen das HolzBauWerk Schwarzwald entstanden. Anna Priese

Holz soll regional und nachhaltig verarbeitet werden

Insgesamt sind drei Holzproduzenten an dem Projekt beteiligt. Einer von ihnen ist Manuel Echtle, Geschäftsführer des gleichnamigen Sägewerks. Im Gespräch mit dem SWR sagte er, dass bei der Produktion nicht nur die Regionalität im Vordergrund stünde, sondern auch das Thema Nachhaltigkeit. Das Holz würde vor Ort getrocknet und die Wärmeenergie, die hierfür notwendig ist, werde aus den Abfällen mithilfe eines eigenen Heizkraftwerkes hergestellt.

SWR Reporterin Anna Priese war vor Ort und hat mit Manuel Echtle und Peter Hauk über die neue Bauholz-Produktionsstätte gesprochen:

Bislang gibt es keine vergleichbare Produktionsstätte in der Region mit ähnlich großer Kapazität. Um die baden-württembergischen Klimaziele zu erreichen, sei "eine leistungsfähige Brettsperrholzproduktion im Schwarzwald ein wichtiger Baustein", so Hauk.

Mit Holz aus der Region vom Weltmarkt unabhängig werden

Baden-Württemberg will Vorreiter im Bereich Holzbau werden, weshalb das Werk als Leuchtturmprojekt vom Land gefördert wird. Regionale Produktionskapazitäten für Holzbauprodukte aufzubauen sei vor allem in der aktuellen Situation von höchster Bedeutung. Mit dem eigenen Holz aus der Region könne man sich vom Weltmarkt unabhängig machen und durch einen produktionsnahen Standort und kurze Lieferketten einen Teil zum Klimaschutz beitragen. Laut Hauk ist bislang Österreich führend im Sektor Brettsperrholz.

Land startete Holzbau-Offensive 2018

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat Ende 2018 die sogenannte Holzbau-Offensive ins Leben gerufen, um die Baubranche zukunftsfähig zu machen. Ziel sei es, eine klimafreundliche Baukultur mit Holz im Land zu unterstützen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Unter anderem sollen der Holzbau gefördert, Bildungsprogramme aufgesetzt und die Digitalisierung im Bereich Holzbau vorangetrieben werden. Baden-Württemberg errichte eigene Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen soweit wie möglich in Holz- oder Holzhybridbauweise, so das Landwirtschaftsministerium.

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