Drei Wölfe im Bärenpark Schwarzwald beschnüffeln sich. (Foto: STIFTUNG für BÄREN )

Wildtiere aus dem Nordschwarzwald liefern Daten für Abwehrsystem

"Intelligenter" Zaun soll Wolf von Schafen fernhalten

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Der Alternative Wolf- und Bärenpark im Kreis Freudenstadt ist an einem neuen Forschungsprojekt beteiligt, bei dem mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ein Zaun gegen Wölfe entwickelt werden soll.

Wölfe sind in Deutschland wieder heimisch. Es werden immer mehr. Deshalb wird verstärkt darüber nachgedacht, wie Nutztiere vor ihnen geschützt werden können. Da Herdenschutzhunde sich nicht für jeden Standort eignen, suchen die Universitäten Bremen und Gießen neue Wege, um zum Beispiel Schafe besser zu schützen. Beteiligt ist auch ein Unternehmen, das sich auf den Bau von Zäunen spezialisiert hat. Bei dem Projekt sollen selbstlernende Computerprogramme helfen, Angreifer wie den Wolf individuell abzuschrecken. Dabei analysieren die Programme auch Fotos der Wölfe aus dem Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach im Nordschwarzwald.

Zaun erkennt mit Künstlicher Intelligenz wer sich nähert

Die Grundidee: Der "intelligente" Zaun soll zum einen Wanderer von Tieren unterscheiden können, aber auch zum anderen Wolf von Wolf. Das könnte laut Bernd Nonnenmacher vom Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach so aussehen: Der Zaun erkennt anhand eines mit Daten gefütterten Systems: Das, was da gerade im Gebüsch raschelt, ist für die Herde ungefährlich. Es ist nur ein kleiner Hase. Oder: Der Vierbeiner, der sich gerade anschleicht, ist derselbe Wolf wie gestern - erkennbar an der Augenpartie.

Wolf "Ado" im Bärenpark Schwarzwald blickt direkt in die Kamera. (Foto: STIFTUNG für BÄREN )
Wolf "Ado" im Alternativen Wolf- und Bärenpark blickt direkt in die Kamera. Bilder wie dieses braucht es für das digitale System, damit der "intelligente" Zaun irgendwann mal funktioniert. STIFTUNG für BÄREN

Mal Strom, mal Blitz, mal Geräusch

Ist es ein Raubtier, dann soll der Zaun immer wieder mit anderen Mechanismen reagieren, um den Wolf zu vertreiben: Mal gibt es Stromschläge, mal Lichtblitze, mal Geräusche, so dass beim Wolf keine Gewöhnung eintritt.

Damit der "intelligente" Zaun irgendwann mal funktioniert und tatsächlich aufgestellt werden kann, braucht es vorher aber eine riesige Menge an Daten. Die liefert der Alternativen Wolf- und Bärenpark bereits in Form von Tag- und Nachtaufnahmen seiner Wildtiere.

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