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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet übernimmt die CDU-Kanzlerkandidatur. Der Tübinger CDU-Kreisvorsitzende und Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher kann gut mit der Entscheidung leben. Er hatte beiden Kandidaten, Söder und Laschet, das Amt zugetraut.

Bei der K-Frage spiele bei der CDU das Nord-Süd-Gefälle eine große Rolle, so Neher. Die Südverbände hätten engen Bezug zur CSU. Deutschandweit betrachtet sei es aber entsprechend schwierig, Begeisterung für CSU-Inhalte oder Kandidaten zu gewinnen.

Stephan Neher Oberbürgermeister Rottenburg (Foto: Stadt Rottenburg)
Stephan Neher, Oberbürgermeister der Stadt Rottenburg Stadt Rottenburg

Burger: Hätte mir anderes Auswahlverfahren gewünscht

Klaus Burger, CDU-Kreisvorsitzender in Sigmaringen, hätte sich ein anderes Auswahlverfahren gewünscht. Er sagte dem SWR, dass auch die Basis gerne befragt worden wäre. Man sei enttäuscht, dass die Kandidaten sich nicht selber einigen konnten, sondern dass letztendlich der Bundesvorstand entschieden habe. Über diesen Verlauf sei die Basis nicht glücklich, sagte Burger. Auch im Kreis Sigmaringen seien viele hinter Söder gestanden.

Traditionell habe die Südwest-CDU einen größeren Bezug zur CSU so auch der Reutlinger CDU-Kreisvorsitzende Manuel Hailfinger. Auch ihm wäre Söder als Kanzlerkandidat lieber gewesen.

Dorison: CDU ist nun in Wahlkampfstimmung

Alice Dorison vom CDU-Kreisverband Tübingen meint, dass die K-Frage gut diskutiert und die Entscheidung wohlüberlegt getroffen wurde. Das habe in der Basis für Unruhe gesorgt, der Weg sei aber gut gewesen, so Dorison. Armin Laschet habe viel Potential und werde einen hervorragenden Job machen. Die Kreis-CDU sei nun richtig in Wahlkampfstimmung.

Donth: CDU/CSU muss sich hinter Laschet vereinen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Reutlingen, Michael Donth, hatte sich Söder als Kanzlerkandidat gewünscht. Er findet es aber gut, dass jetzt ein Ergebnis vorliegt. Die Personaldebatte sei nun vorbei, so Donth. Man müsse sich nun als CDU/CSU hinter Laschet vereinen. Schließlich müsse die Partei gestärkt in den Wahlkampf gehen. "Wie haben einen Wahlkampf vor uns, wo man ganz klar sehen wird, dass es eben ein Unterschied ist, ob das Land grün- oder unionsgeführt regiert werden wird", sagte Donth im SWR-Interview.

Michael Donth (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Britta Pedersen, dpa)
Michael Donth, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Reutlingen Britta Pedersen, dpa

Mack: Laschet kann Union wieder zusammenbringen

Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack (CDU) traut Armin Laschet zu, die Union wieder zusammenzubringen. Laschet habe eine große Integrationskraft. Er müsse nun die, die sich zurückgesetzt fühlen, wieder einbinden. Mack bezieht sich dabei auf Friedrich Merz und Markus Söder. Die CDU müsse sich nun als Team aufstellen, damit sie um die Stimmen der Wähler im September kämpfen kann.

Bareiß: Laschet wäre guter Kanzler

Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen, Thomas Bareiß, ist erleichtert, dass die CDU nun eine Klarheit hat in der K-Frage. Armin Laschet habe bereits bewiesen, dass er ein Bundesland regieren kann. Er sei einer, der klare Werte habe, so Bareiß. "Mit ihm hätten wir auch einen guten Kanzler."

Widmann-Mauz: Hatten die Wahl zwischen zwei hervorragenden Kandidaten

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz vom Wahlkreis Tübingen-Hechingen begrüßt die Einigung. "CDU und CSU hatten die Wahl zwischen zwei hervorragenden Kandidaten. Ich freue mich sehr, dass wir im respektvollen Umgang miteinander zu einer gemeinsamen Entscheidung von CDU und CSU gelangt sind." so Widmann-Mauz. Vor der persönlichen Entscheidung von Markus Söder und seinem Schulterschluss mit Armin Laschet habe sie großen Respekt und sie freue sich, dass auch Markus Söder seine ganze Kraft für ein starkes Ergebnis der Union einbringen werde.

Deutschland

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