Rettungshubschrauber schwebt in der Luft

Standortsuche für Christoph 41 geht weiter

Knappe Abstimmung: Kein Rettungshubschrauber in Wannweil

Stand

Der geplante Standort für den Rettungshubschrauber Christoph 41 wird nicht in Wannweil (Kreis Reutlingen) sein. Viele Bürger und nun auch der Gemeinderat haben sich dagegen ausgesprochen.

Der Gemeinderat in Wannweil hat sich in seiner Sitzung am Dienstag gegen einen Hubschrauberstandort in der Gemeinde entschieden. Das teilte der Wannweiler Bürgermeister mit. Die Entscheidung sei mit acht Gegenstimmen und sechs Stimmen für den Hubschrauberstandort knapp ausgefallen.

Kreiskliniken und Landkreis Reutlingen dafür

Als Standort für den neuen Rettungshubschrauber wäre ein Acker an der B28 beim Reutlinger Industriegebiet Mark West in Frage gekommen: mit einem Start- und Landeplatz, einem Hangar, Aufenthaltsgebäude, einer Tankstelle und einer Zufahrt mit Parkplätzen. Der Standort wurde vom Regierungspräsidium Tübingen geprüft.

Landratsamt und Kreiskliniken Reutlingen hätten einen Standort eines Rettungshubschraubers in Wannweil begrüßt. Die Kreiskliniken hätten davon profitiert. So hätte es einen zusätzlichen Rettungswagen gegeben und für das medizinische Personal sei ein Standort mit Hubschrauber attraktiver gewesen.

"Bedauerlich, wenn für den Landkreis Reutlingen eine Jahrhundertchance bei der Neuordnung der Flugrettung in Baden-Württemberg vertan wird."

Bedenken wegen Lärm

Drei Wochen vor der Entscheidung des Wannweiler Gemeinderats gab es eine Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger. Dabei wurden erhebliche Bedenken wegen des Lärms vorgebracht.

Wohnhäuser in der Nähe würden bei Starts und Landungen mit einer Lautstärke bis zu 85 Dezibel belastet. Das entspreche dem Geräusch einer Hauptverkehrsstraße und wird in der Lärmskala als "unangenehm" eingeordnet. Zwischen 6 und 22 Uhr sei mit bis zu vierzehn Flugbewegungen zu rechnen, so die Kalkulationen des Landkreises Reutlingen.

Wird nun Tübingen Standort für Rettungshubschrauber?

Auch die BG Unfallklinik in Tübingen hat sich beworben. Der Geschäftsführer der BG, Marcus Herbst, hält das Klinikdach für einen sinnvollen Standort. Das medizinische Zentrum aus BG Klinik und Uniklinikum würde die entsprechende Infrastruktur für den Hubschrauber bieten. Zudem seien Naturschutz und Erdbebensicherheit laut einem Gutachten gewährleistet. Ausgeschieden dagegen ist ein Standort für den Hubschrauber im Zollernalbkreis.

Das zuständige Innenministerium will nach den Sommerferien entscheiden, hieß es auf Anfrage des SWR. Die Landesregierung will den Rettungshubschrauber von Leonberg in die Neckar-Alb-Region verlegen, um von dort aus die Schwäbische Alb besser zu versorgen. Eine Petition des Landkreises Böblingen gegen die Verlegung hatte der Landtag kürzlich abgelehnt.

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