Arztpraxis Symbol (Foto: IMAGO, Westend61)

Viele Hürden vor Anerkennung

Ärzte aus der Ukraine gegen den Ärztemangel in Tuttlingen?

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Der Landkreis Tuttlingen gehört auf dem Gebiet der Allgemeinmedizin zu den am schlechtesten versorgten Gegenden in ganz Baden-Württemberg. Ärzte aus der Ukraine könnten helfen.

Im Kreis Tuttlingen fehlen mehr als 23  Hausärzte. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Praktizierenden über 50 Jahre alt ist. Ein Teil der Lösung könnten ukrainische Ärzte sein, die in den Kreis Tuttlingen geflüchtet sind. Doch bis sie in Deutschland praktizieren dürfen, müssen sie viele Hürden überwinden. Die Initiative DonauDoc hat jetzt einer ukrainischen Ärztin bei den ersten Schritten Richtung Anerkennung helfen können.

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Ärzte aus der Ukraine als Ausweg aus dem Ärztemangel

Anastasia Lazarenko kommt aus Kiew und ist eine in der Ukraine anerkannte Kinderärztin. In Deutschland darf sie bislang nur einfache Handgriffe machen. Dass sie aber überhaupt schon im medizinischen Bereich arbeiten darf, freut sie:

"Ich kann helfen, das ist für mich wichtig."

Die DonauDocs der Stadt Tuttlingen unterstützen sie bei der Arbeitsplatzsuche, den vielen rechtlichen Fragen und bei der Anerkennung als Ärztin in Deutschland. Hierbei sei es in erster Linie wichtig, dass die ukrainischen Ärzte schnell und gut Deutsch lernten, denn sonst könnten sie keine Patientengespräche führen. Außerdem müsse das ukrainische Medizinstudium genau mit dem deutschen verglichen werden, um herauszufinden, ob die ukrainischen Ärzte auf dem gleichen Level sind, erklärt Maria-Tiziana Ferrante von der Geschäftsstelle DonauDoc dem SWR. Ziel sei, dadurch Mediziner für die unterversorgten Gegenden zu gewinnen.

In ihrer ukrainischen Heimat war Anastasia Lazarenko zuletzt Oberärztin auf einer Kinderstation. In Deutschland darf sie sich nur um Test-Patienten kümmern. Um Solidarität zu bekunden, hat sich das Klinikum Tuttlingen dafür entschieden, sie als Hilfskraft einzustellen.

Heimweh nach der Heimat Kiew

In ihren Pausen ist Anastasia Lazarenko immer mit den Gedanken in ihrer Heimat. Zusammen mit Ihrem Sohn floh sie im März nach Deutschland. Ihr Mann, der als Herzchirurg arbeitet, blieb in Kiew. Die schrecklichen Nachrichten aus der Heimat tun jeden Tag weh.

"Ich habe gehört, dass Kiew gerade bombardiert wurde, mein Mann arbeitet, er hat keinen Strom und ich kann nicht mit ihm sprechen - es ist schrecklich."

Die ukrainische Medizinerin und das Tuttlinger Klinikum hoffen nun, dass Lazarenko in Deutschland rasch als Ärztin anerkannt wird, da sie auf der Kinderstation dringend gebraucht wird.

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