Europaweit war in der vergangenen Nacht kaum ein Ort zwischen Spanien und dem Nordkap kälter als die Alb. Wetterexperte Roland Hummel hat bei Sonnenbühl (Kreis Reutlingen) im Großen Rinnental -19,3 Grad gemessen, in Albstadt-Degerfeld waren es sogar -21,2 Grad.

Kälter als in der Doline bei Albstadt, der Senke, in der die kalte Luft sich sammelt, war es europaweit nur an einer norwegischen Wetterstation an der Grenze zu Russland, erklärt Hummel. Seine Erklärung für den Kälterekord: die Schneedecke am Boden und der wolkenlose Himmel. Fachleute sprechen auch von Strahlungsnächten. Weil eine schützende Wolkendecke fehlt, kann die Wärme ungehindert in die Atmosphäre abstrahlen.

Schäden an Obstbäumen
Der Frost in der Nacht auf Montag hat in der Region Neckar-Alb Schäden an Obstbäumen verursacht. Vor allem frühblühende Kirschen sind erfroren. Durch das warme Wetter im März hatten bereits viele Kirschbäume in Dettingen-Erms strahlend weiß geblüht. Sie wurden bei Temperaturen um die minus sieben Grad im Ernstal Opfer des Frosts. Ein Großteil der Blüten ist nun braun.
SWR-Reporterin Stefanie Assenheimer hat sich die Frostschäden im Ermstal angeschaut:
Wie hoch der tatsächliche Schaden ist, könne man erst in ein paar Tagen sagen, so Roland Heinkel vom Obst- und Gartenbauverein Dettingen. Sicher ist aber: Frühblühende Kirschensorten, Aprikosen und Pfirsiche hat es hart getroffen. Vollertrag werde es also nicht geben.
Auch die Fachberater der Landratsämter im Zollernalbkreis und im Kreis Reutlingen melden Schäden an Obstbäumen. Auch sie wollen noch keine exakten Prognosen abgeben, aber besonders Kirschen und Kernobst im fortgeschrittenen Blühstadium hätten unter dem Frost gelitten.