Menschen stehen auf einer Wiese (Foto: SWR)

Umweltschutz und Tourismus kombiniert

Das Donautal um Beuron beim Infomarathon neu entdecken

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Trotz Sommerhitze war das Team des Naturschutzzentrums Obere Donau am Sonntag im Einsatz. Die Fachleute haben über Besonderheiten der Pflanzen und Tiere im Naturpark informiert.

Am Sonntag fand zum dritten Mal ein Infomarathon im Donautal statt. Veranstaltet hat ihn das Naturschutzzentrum Obere Donau in Beuron (Kreis Sigmaringen) gemeinsam mit dem Donaubergland Tourismus in Tuttlingen. Die Ziele: Besucherinnen und Besucher für die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt im Naturpark sensibilisieren und auf Naturschutzregeln aufmerksam machen.

Blick von erhöhtem Standpunkt, aus der Vogelperspektive auf das obere Donautal mit Eichfelsen (Foto: SWR, Reiner Enkelmann)
Felsen, Wald, Flussaue - einzigartige Landschaft im Naturpark entlang der Donau

Hohe Umweltbelastung im Donautal während Corona-Pandemie

Ob zum Wandern, Klettern oder Kanufahren, das Donautal ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Vor allem in den letzten zwei Corona-Jahren zogen besonders viele Wandertouristen durch die Wälder und Wiesen. Dabei kam es oft zu Regelverstößen.

"Das große Problem ist: Viele Ausflügler wissen gar nicht, dass sie etwas Problematisches machen. Blumenwiesen laden zum Beispiel zum Picknicken oder zum Sonnen ein, aber die darf man in der Aufwuchszeit eben nicht betreten. Damit stört man die Insekten oder zertritt den Landwirten die Ernte."

Für Prävention soll der Infomaraton sorgen. Das Naturschutzzentrum möchte die Donautal-Touristen auf die sensible Umwelt aufmerksam machen und erklären, wie man sich in ihr zu verhalten hat. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe. Dafür waren am Sonntag die Ranger des Naturschutzzentrums auf den Wanderwegen für Fragen ansprechbar. Verschiedene Stationen luden zum "Selber-Entdecken" ein.

Wiesenexkursion in Fridingen an der Donau

Ein Programmpunkt war die Blumenwiesenexkursion in Fridingen an der Donau. Bei einem Streifzug durch hohe Gräser und bunte Blüten erklärte Biologin Julia Schröder, wie eine ökologisch wertvolle Wiese aussehen kann.

Julia Schröder erklärt, was das Besondere am Lebensraum "Wiese" ist. Hund Theo darf auch mit. (Foto: SWR)
Auf der Wiesenexkursion zeigt Julia Schröder auch, welche Blumen auf den Fridinger Wiesen wachsen. Ihr Hund Theo darf auch mit.

Denn bei der Landschaftspflege gibt es ein Konflikte. Wenn eine Wiese zu oft gemäht wird, können sich dort viele Pflanzen nicht ausreichend regenerieren. So gehen Gräser und Blumen verloren, die für Insekten einen wichtigen Lebensraum bieten.

„Mir ist es wichtig, zu vermitteln, dass eine Wiese nicht nur aus Gras und Klee bestehen sollte.“

Öko-Mobil in Leibertingen

Im Rahmen des Info-Marathons war bei der Burg Wildenstein in Leibertingen auch das Ökomobil des Regierungspräsidiums Tübingen im Einsatz. Dort hieß es: Mitmachen! Beim Quiz über Wiesenblumen oder bei der Salbenproduktion mit heimischen Kräutern konnten nicht nur Kinder spielerisch dazulernen.

Beim Öko-Mobil auf der Burg Wildenstein konnten Jung und Alt spielerisch die Wiese erkunden. (Foto: SWR)
Beim Öko-Mobil auf der Burg Wildenstein konnten Jung und Alt spielerisch die Wiese erkunden.

Trotz Pfingstferien ruhiger als erwartet

Obwohl die Sonne vom Himmel strahlte und trotz der Pfingstferien, blieb der Andrang beim Infomarathon verhalten. Es sei deutlich ruhiger als gedacht, bilanzierte Samantha Giering. Zufrieden war sie trotzdem:

"Die Menschen, mit denen wir gesprochen haben, waren sehr freundlich und interessiert. Wir konnten die Leute informieren und das freut uns!"

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