Schwäbische Alb verliert Institution

Land will Waldschulheim Indelhausen aufgeben

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Anstatt das alte Gebäude aus den 1960er Jahren weiter zu sanieren, empfiehlt eine Machbarkeitsstudie den Bau eines neuen Waldschulheims bei Gomadingen.

Das Haus im Lautertal ist eine Institutionen auf der Schwäbischen Alb. Seit fast 50 Jahren sind dort Schulklassen aus dem ganzen Land immer wieder gerne zu Gast. Doch jetzt scheint das Ende des beliebten Waldschulheims in Hayingen-Indelhausen im Kreis Reutlingen gekommen zu sein. Das Land will nicht weiter in das Gebäude investieren. Trotz aufwendiger Sanierungen in den vergangenen Jahren soll jetzt ein Neubau her – an anderer Stelle. Waldschulheimleiter Elmar Birnbickel findet das schade, denn das Gebäude werde gut angenommen.

Anfang der 1960er Jahre wurde das heutige Haupthaus als Dorf-Schule gebaut, nach der Gemeinde- und Schulreform kam dort das Waldschulheim unter. Immer wieder wurde das Heim ausgebaut und saniert. In den 1970ern kam ein Anbau für Gruppenunterkünfte dazu, 2004 ein Büroanbau, vor drei Jahren wurden die Brandschutzanlagen für drei Millionen Euro erneuert. Trotzdem gebe es einiges zu tun, um das Bestandsgebäude wieder auf Vordermann zu bringen, sagte Heimleiter Elmar Birnbickel. So wäre dringend eine neue Isolierung nötig, man heize noch mit Öl und das Gebäude sei nicht behindertengerecht.

Moderne Waldpädagogik schwer umzusetzen

Grundsätzlich habe man das Ziel, bestehende Immobilien weiter zu nutzen, so Andreas Hölting, vom zuständigen Landesbetrieb Vermögen und Bau in Tübingen. Aber langfristig habe der Standort Indelhausen einfach schlechte Karten. Denn neben den Problemen mit Dämmung und Barrierefreiheit, sei dort moderne Waldpädagogik nur schwer umzusetzen. Denn es gebe keinen Platz für Erweiterungen, der Staatswald für die waldpädagogischen Angebote sei zu weit weg und eine Anreise mit Bus und Bahn ist für die Schulklasssen in Indelhausen nicht möglich. Die ausführliche Machbarkeitsstudie habe das unterstrichen.

Das Waldschulheim Indelhausen ist nicht barrierefrei. Im Treppenhaus aus den 1970er Jahren muss der Rollstuhl unten stehen bleiben. (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Das Waldschulheim Indelhausen ist nicht barrierefrei. Im Treppenhaus aus den 1970er Jahren muss der Rollstuhl unten stehen bleiben. Markus Beschorner

Betrieb des Waldschulheims läuft erstmal weiter

Sanierungspläne seien durch Reformen innerhalb der Forstbehörde immer wieder verschoben worden. Jetzt sei der Sanierungsstau entsprechend groß, so Walschulheimleiter Birnbickel. Der Betrieb in Indelhausen läuft erstmal wie gewohnt weiter. Wann es endgültig geschlossen wird, ist noch unklar.

Neues Heim soll in Gomadingen gebaut werden

Die Machbarkeitsstudie des Landes favorisiert einen Neubau aus Holz auf einem landeseigenen Gelände bei Gomadingen-Offenhausen (Kreis Reutlingen). Das Grundstück liegt direkt am Staatswald. Die Pläne müssen noch vom Landwirtschafts- und Finanzministerium abgesegnet werden. Über die Kosten und den zeitlichen Ablauf des Neubaus eines Waldschulheims des Landes auf der schwäbischen Alb gibt es noch keine Informationen.

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