Markus Brandstetter, "Drei Musketiere", unterwegs an die ukrainische Grenze mit medizinischem Material und Nahrungsmitteln.  (Foto: Markus Brandstetter)

Organisation will über den Winter helfen

"3 Musketiere" aus Reutlingen: weniger Spenden für die Ukraine

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Luisa Sophie Klink

Zu Beginn des Ukraine-Kriegs wurde die Hilfsorganisation mit Spenden überhäuft. Der Vereinsvorsitzende Markus Brandstetter macht sich Sorgen. Bald könnte das Geld aufgebraucht sein.

Der kleine gemeinnützige Verein aus Reutlingen engagiert sich schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien oder der Türkei. Bereits vier Tage nach Kriegsbeginn in der Ukraine sind die ersten Helfer in das Kriegsgebiet gefahren, um die Menschen vor Ort zu unterstützen, heißt es auf der Homepage der "3 Musketiere". Mittlerweile hat die Organisation ein 1.200 Quadratmeter großes Lager an der polnisch-ukrainischen Grenze angemietet, wo die Hilfsgüter zwischengelagert werden.

Brandstetter: "Spenden haben uns anfangs fast erschlagen"

Die Spendenbereitschaft sei am Anfang unfassbar groß gewesen. Mittlerweile habe sie bedauerlicherweise stark nachgelassen.

"Jetzt gehen die Spenden tröpfchenweise ein - den Winter können wir noch durchhalten, dann geht unser Budget zu Ende."

Hilfsgüter für die Ukraine werden knapp

Brandstetter vermutet, dass die Menschen hierzulande mittlerweile selbst stark krisengebeutelt sind und sie an den hohen Energiepreisen stark zu knapsen haben. Wenn weiterhin so wenig Spenden eingingen, müsse das Projekt im Februar oder März voraussichtlich beendet werden. Auch wenn Brandstetter nächste Woche wieder mit Hilfsgütern in die Ukraine fährt, "schwindet die Zuversicht", sagt er. Der Winter werde wieder extrem kalt und hart. Vor allem ältere und sehr arme Menschen, die nicht fliehen konnten, seien im Osten und Süden des Landes zurückgeblieben.

"Die Situation ist katastrophal, die Dörfer sind teils zu 80 Prozent zerstört."

Geldspenden am hilfreichsten

Der Verein finanziert sich zum Großteil aus Geldspenden, aber auch eine Sammelstelle für Sachspenden ist eingerichtet. Besonders gebraucht würden derzeit Wolldecken und Schlafsäcke. Immer willkommen seien auch haltbare Lebensmittel wie Reis oder Nudeln oder Konserven, aber auch medizinische und medizinisch-technische Hilfsgüter.

Brandstetter: "Keine Angst, ins Kriegsgebiet zu fahren"

Die Zustände in der Ukraine "sind fernab von unserer Vorstellungskraft", so Brandstetter. Sein Antrieb, in ein Kriegs- oder Krisengebiet zu fahren, sei den Menschen helfen zu können. Angst habe er aber nicht, sagte er im SWR Interview, Vorsicht sei aber geboten.

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