Der Herbst färbt die Blätter beim Glockenturm langsam bunt (Foto: SWR)

Ausflug ins Mittelalter

Wärmende Feuer und rauchende Hütten auf der Klosterbaustelle Campus Galli

STAND

Es wird Herbst auf dem Campus Galli. Die Blätter der Laubbäume färben sich bunt. Bevor das Freilichtmuseum Anfang November in Winterpause geht, gibt es noch viel zu tun.

Zimmermann Michael steht in der fast fertigen Klosterscheune und schaut sich mit gerunzelter Stirn um. Unter dem Strohdach, direkt neben dem dicken Eichenstamm liegt ein großer Haufen dunkelbrauner Erde. Gegenüber, fein aufgeschichtet, goldgelbe Strohbündel. Und ganz hinten in der dämmrigen Ecke Steine in verschiedenen Größen. Da muss dringend aufgeräumt werden meint Michael mit einem Lachen. Im Winter soll hier nämlich gearbeitet werden. Während zwei Frauen in Leinenkleidern beginnen, die schweren Steine in Körbe zu legen und nach draußen zu tragen, schichtet Aurel, eigentlich Zimmermann auf dem Campus, die Strohbündel zur Seite.

Zimmermann Aurel stapelt in der Klosterscheune die Strohbündel um (Foto: SWR)
Zimmermann Aurel stapelt in der Klosterscheune die Strohbündel um

Hals ist die Schwachstelle bei der Leinenkutte

Um den Hals trägt der junge Mann mit dem blonden Pferdeschwanz ein helles Leinentuch. Gegen die herbstliche Kühle. Dabei scheint draußen die Herbstsonne und auch in der Klosterscheune ist es noch angenehm warm. Trotzdem zupft Aurel immer wieder am Halstuch herum. Denn der Hals liegt bei der Leinenkutte und auch beim Wollumhang immer frei. Eine Lösung gegen einen zugigen Hals haben die Mitarbeiter noch nicht gefunden. Da hilft bislang nur eines, meint Aurel lachend, genug Arbeit die warm hält.

Die Sonne strahlt selbst im Herbst über der kleinen Holzkirche (Foto: SWR)
Die Sonne strahlt selbst im Herbst über der kleinen Holzkirche

Herbst ist die schönste Jahreszeit auf dem Campus

Draußen vor der Klosterscheune steht Gästeführer Willi mit einer Gruppe Besucher und schwärmt vom warmen Herbstlicht über der Klosterscheune. Auch die Gäste sind begeistert. Die Atmosphäre ist jetzt eine ganz besondere. Weil weniger Besucher als im Hochsommer da sind, gibt es kein Gedränge vor den Handwerkerhütten. Aus einigen Handwerkerhütte ziehen dünne Rauchschwaden durchs Schindeldach nach draußen. Ein würziger Duft nach feuchtem Laub und Holzfeuer liegt in der Luft.

Böttcher Ernst hat sich ein wärmendes Feuer gemacht (Foto: SWR)
Böttcher Ernst hat sich ein wärmendes Feuer gemacht

Feuerschale gegen kalte Glieder

Böttcher Ernst sitzt in seiner Hütte an der Werkbank. Neben sich die Feuerschale, mit mehr roter Glut als heller Flamme. Trotzdem gibt sie angenehm warm. Ernsts Hütte steht mitten im Wald, geschützt von mehreren Laubbäumen. Was im Sommer für angenehme Kühle sorgt, lässt den Böttcher jetzt im Herbst frösteln. Auf dem Kiesweg vor seiner Hütte wirbelt der Wind die ersten Blätter über die Steinchen, auch einige kleine Eichenäste samt ockerbrauner Blätter fallen auf den Boden. Ein Festschmaus für die Ziegen und Schafe, die mit Tierpfleger Lars gerade vorbei ziehen.

Meßkirch

Ausflug ins Mittelalter Klösterliches Leben auf der mittelalterlichen Klosterbaustelle Campus Galli

Auf einer Klosterbaustelle arbeiteten auch Mönche. Sie halfen beim Aufbau des Klosters und lebten nach den Regeln des heiligen Benedikt. Die sind auch auf dem Campus Galli in Meßkirch (Kreis Sigmaringen) wichtig.  mehr...

STAND
AUTOR/IN