Der Reutlinger Verein Haus der Kulturen Bürgerhaus würde gerne in die ehemalige Briefpost ziehen. Dort möchte er eine Fläche für Integration und Austausch bieten. (Foto: Haus der Kulturen/ Bürgerhaus e.V.)

Ort für Begegnung aller Menschen

"Haus der Kulturen" in Reutlingen hat große Pläne

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Theresa Krampfl
Theresa Krampfl (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Der Verein "Haus der Kulturen" in Reutlingen will in das ehemalige Postamt ziehen. Dort möchte er einen Begegnungsort für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund schaffen.

Der Reutlinger Verein "Haus der Kulturen/ Bürgerhaus" möchte gerne in das vierte Stockwerk der ehemaligen Briefpost ziehen. Das hat er ein Jahr nach seiner Gründung bekannt gegeben. Dort hätte er ausreichend Fläche für Arbeitsplätze, Veranstaltungsräume und Orte der Begegnung.

Eigentlich war der Plan des Vereins, eine Fläche mitten in Reutlingen zu finden. Am besten leicht zugänglich im Erdgeschoss, wo er wahrgenommen wird. Der vierte Stock des ehemaligen Postamts sei daher nicht ganz ideal, so Reutlingens Bürgermeister Robert Hahn, der sich für den Verein engagiert. Mehr habe der städtische Haushalt aber nicht hergegeben.

Der Reutlinger Verein Haus der Kulturen Bürgerhaus würde gerne in die ehemalige Briefpost ziehen. Dort möchte er eine Fläche für Integration und Austausch bieten. (Foto: SWR)
Wichtige Gesichter für den Verein (v.l.n.r.): Bürgermeister Robert Hahn, Erste Vorsitzende Galina Lerner und Projektleiter Mathias Kostinek.

Austausch zwischen unterschiedlichen Gruppen

Der Verein möchte sowohl Anlaufstelle für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund werden und auch einen Ort für andere Vereine bieten - migrantische und nichtmigrantische. Sie sollen sich dort austauschen und miteinander arbeiten können. Die einzelnen Gruppen haben oftmals eine große Scheu vor den anderen, berichtet Galina Lerner, die erste Vorsitzende des Hauses der Kulturen. "Es braucht sehr viel Zeit und Vertrauen, dass die Communitys miteinander kommunizieren oder sogar Veranstaltungen miteinander machen", erklärt Lerner. Daran möchte sie mit dem Verein arbeiten.

50 Prozent der Reutlinger haben Migrationshintergrund

Warum ein solcher Verein gerade in Reutlingen wichtig ist, erklärt der Projektleiter Mathias Kostinek:

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterstützt den Verein bei seinem Vorhaben mit 70.000 Euro jährlich. Und auch die Stadt Reutlingen gibt trotz knappen Haushalts laut Bürgermeister Hahn 12.000 Euro pro Jahr dazu. Wenn alles klappt, sieht man den Verein "Haus der Kulturen" in Zukunft öfter – zum Beispiel bei den Interkulturellen Wochen oder auf dem Reutlinger Weihnachtsmarkt.

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