Ein Friseursalon in Tübingen sammelt Haare für die Umwelt.

Waschen, schneiden, Meere retten

Friseur aus Tübingen sammelt alte Haare für Meeresschutz

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AUTOR/IN
Sonja Legisa

Benzin, Sonnencreme und Öle in unseren Gewässern sind ein Problem für die Umwelt. Die Lösung können abgeschnittene Haare sein. Sie filtern Öle aus dem Wasser.

Abgeschnittene Haare sind nicht nur etwas für die Tonne, sondern auch für Meere, Seen und Flüsse. Mit den Haarresten können Öle, Benzin und Sonnencreme aus Gewässern entfernt werden. Der Salon "Meisterwerk Friseur" in Tübingen-Derendingen sammelt dafür die Haare seiner Kundschaft.

Ein Kilo Haar filtert bis zu acht Kilo Öl

Der Salon spendet die Haare der Organisation "Hair Help the Oceans" aus Bückeburg in Niedersachsen. Die abgeschnittenen Haare werden in alte Nylonstrümpfe gestopft. Diese werden zu Rollen gebunden und kommen dann in ein verschmutztes Gewässer. Dort wirken sie wie ein Filter. Rund 1.500 Friseursalons sind mit an Bord. Sie kommen aus Deutschland, Österreich, Niederlande, Luxemburg, England und der Schweiz.

Haare sind in der Lage die natürlichen Fette, die auf der Kopfhaut entstehen, an sich zu binden – also auch die in Meeren und anderen Gewässern. Ein Kilogramm Haar kann bis zu acht Kilogramm Öl aus dem Wasser filtern. Die Haarfilter werden auch überall eingesetzt, wo Benzin oder Motoröl ausgelaufen ist oder an Badestränden, die durch Sonnenmilch verschmutzt sind, so die Organisation.

Waschen, schneiden, Meere retten

Pro Woche fallen ungefähr 500 Gramm Haare der Kundinnen und Kunden im Friseursalon in Tübingen-Derendingen an. Nicht nur Friseurmeisterin Jana Čapo ist stolz, dass die Haare jetzt nicht mehr im Müll landen, sondern auch die Kundinnen und Kunden - auch die ganz jungen. Eine Tochter sagte zu ihrer Mutter: "Ich rette mit meinen Haaren die Meere und die Schildkröten."

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