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Würde die Regionalstadtbahn durch Tübingen die Forschungseinrichtungen der Universität stören? Das wurde jetzt in einem Gutachten untersucht.

Das Gutachten der Uni zeigt: Kleine Erschütterungen und magnetische Felder könnten dazu führen, dass beispielsweise Mikroskope und Geräte aus der Medizinforschung nicht mehr richtig arbeiten. Für die Tübinger Universität als weltweiten Forschungsstandort sei das undenkbar, sagte Rektor Bernd Engler in einer Pressekonferenz. Die Universität hatte für das Gutachten das Bochumer Ingenieurbüro Baudynamik Heiland und Mistler beauftragt.

Regionalstadtbahn Messung Erschütterungen (Foto: Pressestelle, Baudynamik Heiland & Mistler)
Wie stark sind die Erschütterungen, die die Regionalstadtbahn erzeugen könnte? Das hat das Bochumer Ingenieur- und Sachverständigenbüro für die Universität Tübingen bemessen. Pressestelle Baudynamik Heiland & Mistler

Schlussfolgerungen aus dem Gutachten zur Regionalstadtbahn

Die Gutachter stellten aber auch fest, dass nur wenige Forschungsstellen der Universität davon betroffen wären. Die meisten Forschungsinstitute könnten ohne Probleme weiterarbeiten, wenn die Erschütterungen und magnetischen Felder der Regionalstadtbahn gering gehalten werden, heißt es im Gutachten. Dafür sollte zum Beispiel eine hochelastische Schienenlagerung zum Einsatz kommen. Außerdem müssten empfindliche Forschungsgeräte in den Universitätsgebäuden elektromagnetisch abgeschirmt werden. Das sei möglich, koste aber Geld. Die Mehrkosten seien aber überschaubar, sagte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). Sie würden voraussichtlich von Bund und Land übernommen werden.

Bauarbeiten kommen voran

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