Unterbringungsmöglichkeiten dringend gesucht

Knapper Wohnraum für Flüchtlinge in Sigmaringen und Tuttlingen

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Vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kommen immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland. In Baden-Württemberg werden langsam die Unterkünfte knapp, auch in Tuttlingen.

Aussenansicht der Notunterkunft für Flüchtlingsfamilien in Seitingen-Oberflacht im Landkreis Tuttlingen. (Foto: SWR, René Munder)
Notunterkunft für Flüchtlingsfamilien in Seitingen-Oberflacht im Landkreis Tuttlingen René Munder

Am Vormittag sind Dalal Alfatthah und ihr Mann Juan Haj Hussein allein in der winzigen Ein-Zimmer-Wohnung in Saiting-Oberflacht bei Tuttlingen. Ihre zwei sechs- und achtjährigen Kinder sind in der Grundschule. Schon ein ganzes Jahr wohnt die Familie aus Syrien in der Gemeinschaftsunterkunft.

Ratloser Sozialdezernent

Doch Wohnungen für Flüchtlingsfamilien sind im ganzen Landkreis kaum zu finden. Der zuständige Sozialdezernent Bernd Mager ist ratlos. Denn der Landkreis muss dieses Jahr fast doppelt so viele Flüchtlinge aufnehmen wie im vergangenen Jahr. Die Unterkünfte seien rappelvoll, nur noch sechs Plätze frei, so Mager.

Brenzlige Situation in Sigmaringen

Nicht nur im Landkreis Tuttlingen ist es schwierig, auch im Nachbarkreis Sigmaringen. Dort gibt es in der Kreisstadt eine von insgesamt vier Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Baden-Württemberg. Noch hat der Leiter der LEA in Sigmaringen, Andreas Binder, rund 125 Betten frei - von 875 - doch die Situation wird langsam brenzlig.

Vorbereitung auf weitere Flüchtlinge

      

 

Die LEA Sigmaringen bereitet sich darauf vor, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Flüchtlinge ankommen. Denn eins will niemand: dass die Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, im Freien campieren müssen. Baden-Württemberg ist schließlich nicht das Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus.

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