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85 Kilogramm - so viele Lebensmittel wirft durchschnittlich jeder in Deutschland in einem Jahr weg. Viele der Lebensmittel könnte man noch essen. Eine Gruppe in Albstadt vermittelt sie.

Manchmal ist das Ablaufdatum nur ganz knapp überschritten oder ein Apfel hat zum Beispiel eine kleine Druckstelle. Seit ein paar Jahren schon gibt es deshalb das sogenannte Foodsharing. Meist in Großstädten tun sich Leute zusammen, die solches Essen sammeln und dann kostenlos verteilen oder zum Abholen an einem bestimmten Ort bereitstellen. Dieser Trend kommt nun langsam auch in ländlichen Regionen und kleineren Städten an. In Albstadt-Ebingen (Zollernalbkreis) zum Beispiel.

Foodsharing in der Holzhütte

Dort hat sich vor zwei Jahren eine solche Gruppe gegründet. Jetzt eröffnete sie einen sogenannten Fair-Teiler, eine kleine Holzhütte hinter dem Kunst-Werk-Haus in der Innenstadt. Das Angebot kommt vor allem von Supermärkten und von kleinen Cafes und Bistros, erzählt Demian Eppler, der mit seinen Mitstreitern die Reste einsammelt und im Fair-Teiler auslegt.

"Nix verkomma lassa"

Beim Foodsharing geht es in erster Linie nicht um den sozialen Aspekt. Menschen, die sich den Einkauf im Supermarkt nicht leisten können, würden beispielsweise über die Tafeln versorgt, sagte Eppler dem SWR. Es gehe wirklich nur um die Lebensmittel, die vor der Tonne gerettet werden sollen. Etwa 45 Lebensmittelretter machen in Albstadt mit. Auch Jürgen Jans, der Foodsharing zum ersten Mal in Duisburg und Tübingen gesehen hat. Eigentlich dachte er, die Idee entspreche der schwäbischen Mentalität, "wo man ja nix verkomma" lässt. Doch anfangs ließen sich auf der Alb nicht viele Menschen begeistern. Inzwischen laufe es ganz gut.

Das große Ziel der Gruppe ist es, dass alle Bürger in Albstadt ihre Lebensmittel zu Fair-Teilern bringen, bevor sie sie in den Müll werfen. Das würde nicht nur den Konsumenten, sondern auch der Umwelt nutzen.

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