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Seit Jahrzehnten wird über den Ausbau der B27 zwischen Bodelshausen und Nehren (Kreis Tübingen) gestritten. Gegner des Ausbaus haben am Martinsabend mit einer Fackelaktion protestiert.

Ein Bündnis aus Bürgern ist gegen das Riesen-Straßenbauprojekt. Seit 46 Jahren wird darüber diskutiert. Doch seit Sommer werden die Planungen konkreter. Die Gegner haben am Mittwochabend den Martinstag genutzt, um erneut deutlich zu machen, dass sie den vierspurigen Ausbau ablehnen.

300 Fackeln zeigen Straße

Die Teilnehmer steckten 300 Fackeln in einer Wiese bei Ofterdingen und machten so den Verlauf der geplanten Trasse gut sichtbar. Von der Bundestraße waren die Feuer ab 17 Uhr für über eine Stunde weithin sichtbar.

Gegner fürchten Umweltzerstörung

Die geplante Straße zerstöre Streuobstwiesen und landwirtschaftliche Flächen, so das Bündnis. "Wir wollen die Natur teilen und nicht zerteilen", sagte eine Sprecherin in Anlehnung an den heiligen St. Martin. Tatsächlich kamen später noch Ross und Reiter die Wiese hinuntergeritten.

B27-Ausbau (Foto: SWR, Magdalena Knöller)
Magdalena Knöller

Viele Bürger und Verbände dagegen

Rund 500 Privatleute und Verbände haben dem Regierungspräsidium ihre Bedenken und Anregungen bezüglich des Planfeststellungsverfahrens geschickt, teilt die Behörde Anfang Oktober mit. Viele Kritiker befürchten, dass der Bau der Straße Natur und Umwelt beeinträchtigt. Zudem finden einige den vierspurigen Ausbau der B27 nicht zeitgemäß. Denn durch die geplante Regionalstadtbahn werde der Verkehr von der Straße auf die Schiene geholt. 

Bürgermeister sind für Ausbau

Die Bürgermeister von Mössingen, Nehren, Bodelshausen und Ofterdingen begrüßen den vierspurigen Ausbau der B27 und erhoffen sich davon eine Aufwertung des Steinlachtals: durch weniger Staus, weniger Lärm und mehr Wirtschaftsunternehmen vor Ort.

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