Mehr Güter sollen auf der Schiene transportiert werden

Einzigartig im südlichen BW - Baubeginn für Bahn-Projekt bei Horb

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Die Verlagerung von Gütern auf die Schiene wird im Landkreis Freudenstadt sichtbar: Am Mittwoch wurde mit dem Bau eines Container-Terminals bei Horb begonnen.

Spatenstich Containerterminal Horb (Foto: SWR, Stefanie Assenheimer)
Mit viel Prominenz, darunter Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), wurde mit dem Bau des neuen Containerterminals bei Horb (Kreis Freudenstadt) begonnen. Stefanie Assenheimer

Bei dem Vorhaben sollen Güter künftig vorwiegend mit der Bahn statt mit Lastwagen transportiert werden. Die Betreiber rechnen mit jährlich 18.000 Ladeeinheiten auf dem Container-Umschlagplatz. Dazu werden vorhandene Gleisanschlüsse instandgesetzt und ausgebaut. Ende des Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen. Die Kosten belaufen sich auf mehrere Millionen Euro. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte Mitte Mai den Bau des Kombi-Projekts genehmigt.

Bedeutend für Umwelt- und Klimaschutz

Das Terminal setze ein wichtiges Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz im Güterverkehr und sei ein bedeutender Schritt in Richtung klimaneutraler Transporte, sagte Landesverkehrsminister Hermann (Grüne) beim Spatenstich. Dadurch werde auch der Güterverkehr auf der Straße rund um die Region Stuttgart und das Containerterminal von Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) entlastet.

Drehkreuz für Transport zu den Häfen

Der Terminalstandort in Horb biete einen idealen Schienenanschluss in Richtung Norden zu den deutschen Seehäfen, in die Niederlande und Belgien sowie in südlicher Richtung nach Italien, so der Minister weiter. Der Güterverkehr werde in Baden-Württemberg um mehr als 30 Prozent bis zum Jahr 2030 weiter ansteigen.

Das Bild zeigt eine Visualisierung des Container-Terminals in Horb-Heiligenfeld (Foto: Gfrörer Ingenieure)
Visualisierung des Container-Terminals in Horb-Heiligenfeld Gfrörer Ingenieure

Einzigartig im südlichen Baden-Württemberg

Solch einen Logistikweg gebe es im südlichen Baden-Württemberg bisher noch nicht, ergänzte der Investor Kurt Plathe. Der Unternehmer war maßgeblich daran beteiligt, dass das Vorhaben verwirklicht wird. Angestoßen hatte ihn der Spediteur Horst Schuon aus Haiterbach (Kreis Calw). Durch das Terminal könne eine seeseitige Umfahrung von halb Europa und damit Tonnen von CO2 eingespart werden, sagte Plathe beim Spatenstich. Dies bedeute eine Lieferzeitverkürzung von bis zu acht Tagen.

Nachbarn und Landwirte üben Kritik an Vorhaben

Eigentümer und Landwirte von angrenzenden Grundstücken hatten sich in der Vergangenheit massiv gegen das Vorhaben gewehrt. Sie befürchten Lärm und Dreck durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Außerdem bereitet ihnen eine mögliche Erweiterung des Industriegebiets Sorgen. Aber der Horber Gemeinderat hatte das Projekt befürwortet.

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