Chris Kühn (Grüne) verpasst knapp Direktmandat in Tübingen

Ergebnisse der Bundestagswahl 2021: Region bleibt schwarz

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Die CDU hat am Neckar, auf der Alb und im Nordschwarzwald alle Direktmandate geholt. Im Wahlkreis Tübingen ging es sehr knapp aus. Das sind die Ergebnisse der Bundestagswahl im Überblick.

Hier können Sie direkt zum Ergebnis der jeweiligen Wahlkreise springen:

Wahlkreis Tübingen

Annette Widmann-Mauz (CDU) hat sich mit 27 Prozent der Erststimmen gegen Chris Kühn (Grüne) mit 25,7 Prozent durchgesetzt. Damit gewinnt die CDU-Kandidatin erneut gegen den Grünen-Politiker, diesmal jedoch mit deutlich weniger Abstand als noch 2017.

Chris Kühn (Foto: dpa Bildfunk, Franziska Kraufmann)
Chris Kühn, Bundestagsabgeordneter aus Tübingen Franziska Kraufmann

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren hatte sich die CDU-Politikerin noch mit 35,7 Prozent gegen Chris Kühn (Grüne) mit 19,1 Prozent durchgesetzt. Nach dem starken Abschneiden der Grünen in Tübingen bei der Landtagswahl hatten Beobachter bereits ein knappes Rennen um das Direktmandat vorausgesagt. Der SPD-Politiker Martin Rosemann landet mit 18,2 Prozent der Erststimmen auf Platz drei. Julian Grünke erhält für die FDP 9,4 Prozent, der AfD-Politiker Ingo Reetzke 7,8 Prozent. Die Linken-Kandidatin Heike Hänsel vereint 4,7 Prozent der Stimmen auf sich und verliert ihr Mandat. Sie war 16 Jahre lang im Bundestag.

Bei den Zweitstimmen setzen sich dagegen die Grünen mit 23,4 Prozent vor der CDU mit 21,8 Prozent durch. Die SPD (20,4) landet vor FDP (14,2) und AfD (7,9) auf Platz drei. Die Linke erhält 5,2 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis Tübingen.

Wahlkreis Reutlingen

In Reutlingen haben alle vier bisherigen Abgeordneten den Einzug in den Bundestag geschafft. Nach Auszählung aller Wahlbezirke kommt der 54-jährige CDU-Kandidat Michael Donth auf 32,6 Prozent der Stimmen und liegt damit weit vor den anderen Kandidaten. Der ehemalige Bürgermeister von Römerstein holt zum dritten Mal das Direktmandat. Die zweitmeisten Stimmen kann Ulrich Bausch von der SPD auf sich vereinen. Er kommt auf 17,9 Prozent. Knapp dahinter liegt Beate Müller-Gemmecke von den Grünen mit 17,2 Prozent. Sie zieht über den Landeslistenplatz sechs in den Bundestag ein. Pascal Kober von der FDP kommt auf 13,4 Prozent und kommt ebenfalls in den Bundestag. Die AfD mit Hansjörg Schrade kommt auf 10,1 Prozent. Linken-Kandidatin Jessica Tatti liegt abgeschlagen mit 4,1 Prozent dahinter. Sie zieht aber über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag ein.

Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Reutlingen liegt bei 77,2 Prozent. Die Reutlinger Grünen Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke will, dass ihre Partei Bündnis 90/Die Grünen Teil der Bundesregierung wird und hofft auf eine Koalition mit der SPD an der Spitze, also eine Ampel-Koalition. Anstrengende Gespräche stünden in den kommenden Tagen und Wochen an, sagte Müller-Gemmeke dem SWR.

Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen

Im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß erneut das Direktmandat geholt - nach dem vorläufigen Endergebnis mit 30,1 Prozent der Stimmen. Bei vorherigen Wahlen erzielte Bareiß deutlich höhere Wahlergebnisse.

Robin Mesarosch von der SPD erhält 18,3 Prozent der Stimmen. Dahinter liegt Grünen-Kandidat Johannes Kretschmann mit 16,9 Prozent. Er habe sich mehr erhofft und sei sehr enttäuscht über das Ergebnis, so der Sohn von Ministerpräsident Winfried Kretschmann im SWR.

Die FDP kommt mit Stephan Link auf 13,7 Prozent der Stimmen. Dahinter liegt AfD-Kandidat Nicolas Gregg mit 11,4 Prozent. Der Linken-Kandidat Marco Hausner erreicht 2,9 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen.

Calw-Freudenstadt

Der Wahlkreis Calw-Freudenstadt geht klar an CDU-Kandidat Klaus Mack, Bürgermeister von Bad Wildbad, mit 33,8 Prozent. Der CDU-Politiker tritt als Nachfolger in die Fußstapfen des langjährigen Abgeordneten Hans-Joachim Fuchtel und ist über das klare Wählervotum erleichtert. Union, FDP und Grüne - diese Konstellation wünscht sich CDU-Kandidat Mack. Deutlich dahinter liegt die SPD-Bundesvorsitzende und Kandidatin für den Wahlkreis Saskia Esken mit 17,2 Prozent. Esken zieht über die SPD-Landesliste in den Bundestag ein.

Schwarzwald-Baar-Kreis

Im Schwarzwald-Baar-Kreis hat der ehemalige Donaueschinger Bürgermeister Thorsten Frei erneut das Direktmandat geholt. Er erhielt 36,5 Prozent. Frei verliert jedoch 10 Prozentpunkte. Die zweitmeisten Stimmen im Schwarzwald-Baar-Kreis holt die Kandidatin der SPD Derya Türk-Nachbauer mit 17,8 Prozent. Der Direktkandidat der Linken, Heinrich Alexandra Hermann, hat bei der Bundestagswahl nur 2,3 Prozent der Erststimmen errungen. Der 45 Jahre alte Hermann, der sich als divers bezeichnet, war nach eigenen Angaben der wohl einzige diverse Direktkandidat bundesweit.

Rottweil-Tuttlingen

Die CDU-Kandidatin Maria-Lena Weiss hat den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen für sich entschieden. Nach dem vorläufigen Endergebnis kann die 40-Jährige ihren Vorgänger Volker Kauder als Bundestagsabgeordnete beerben - trotz herber Verluste für die CDU. Weiss kommt auf 31,5 Prozent der Stimmen. Die zweitmeisten Stimmen kann FDP-Kandidat Andreas Anton auf sich vereinen. Er kommt auf 16,8 Prozent. Knapp dahinter liegt die SPD mit ihrem Kandidaten Mirco Witkowski und 16,2 Prozent der Stimmen. AfD-Kandidat Joachim Bloch erhält 13,7 Prozent und liegt knapp vor der Grünen Annette Reif mit 12,3 Prozent.

Marina-Lena Weiss von der CDU. (Foto: CDU)
Marina-Lena Weiss von der CDU. CDU
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