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Der Bundestag hat über die künftige Regelung zur Organspende entschieden. Denn es fehlen Organe. Auch an der Uniklinik Tübingen, einem von fünf Krankenhäusern im Land, in dem transplantiert wird.

Jeder Mensch ein potentieller Organspender, wenn er nicht widerspricht? Diesen Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat der Bundestag am Donnerstag abgelehnt. Die Bundesbürger sollen künftig aber stärker zu einer konkreten Entscheidung über Organspenden bewegt werden. Denn es gibt zu wenig Organe für den vorhandenen Bedarf.

Knapp zehn Spenden im Jahr

Im Jahr 2018 sind an der Uni Tübingen neun Organspenden gelungen. Für 2019 liegen noch keine Zahlen vor, sie dürften aber vergleichbar sein. In den Jahren davor waren es auch schon weniger gewesen, so die Klinik. Bei insgesamt rund 40 Verstorbenen wäre eine Organentnahme medizinisch möglich gewesen. Laut Umfragen wären prinzipiell viele Menschen zum Organspenden bereit. Der Transplantationsbeauftragte am Uniklinikum, Manfred Beck, erlebt aber häufiger, dass Menschen sich dagegen entscheiden. Bei den Angehörigen kommen drei Ablehnungen auf eine Zustimmung zur Organentnahme, so seine Erfahrung.

Tübingen gehört zu den fünf Krankenhäusern im Land, die auch selbst Transplantationen vornehmen. Im Jahr 2018 wurden knapp 70 Lebern, über 50 Nieren, fünf Bauchspeicheldrüsen und ein Darm transplantiert.

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