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Das digitale Ticket soll ein eindeutiger Nachweis sein, dass die Person, die es am Arm trägt, einen frischen negativen Corona-Test hat. Damit darf sie in Tübingen einkaufen, ins Theater oder ins Straßencafé. Jetzt hat ein 13-Jähriger sich selbst ein Band gebastelt. Beim Test mit dem SWR hat es funktioniert.

Das QR-Code-Bändchen am Handgelenk des 13-jährigen Schülers sieht aus wie echt. Es stammt aus seinem Farbdrucker, ein ausgeschnittener Papierstreifen. Der junge Mann demonstriert, wie es funktioniert. Test Nummer 1: Er betritt eine Tübinger Kinder- und Jugendbuchhandlung. Die Buchhändlerin tippt die Zahlenkombination seines Bändchens in ihren Computer ein. Es erscheint die Nachricht, dass der junge Mann einen frischen negativen Corona-Test habe.

13-jähriger QR-Code-Fälscher (Foto: SWR, Stefanie Assenheimer)
Das QR-Code-Band am Arm des jungen Mannes ist eine Fälschung. Stefanie Assenheimer

Test Nummer 2: Eine SWR-Mitarbeiterin scannt den gefälschten QR-Code mit ihrem Handy. Angezeigt wird, er habe vor sechs Stunden einen negativen Test gemacht. Das bestreitet er lächelnd. Er habe nicht viel Zeit gebraucht, das Bändchen herzustellen und den Code zu knacken.

Nur zum Spaß versucht

Es geht dem Schüler aber ausdrücklich nicht darum, das Tübinger Modellprojekt zu torpedieren. Er wollte nur mal ausprobieren, wie fälschungssicher die Bändchen sind. Die Tübinger Pandemiebeauftragte Lisa Federle zeigt sich eher unbeeindruckt: Man könne vermutlich alles fälschen.

Reaktion der Pandemiebeauftragten

Außerdem werde man ohnehin eines Tages auf Selbsttests umsteigen müssen und müsse sich dann auch auf die Ehrlichkeit der Bürger verlassen können. Das Projekt könne ohnehin nur funktionieren, wenn die Leute "einigermaßen ordentlich mit dem Thema umgehen", so Federle.

Noch immer Papiertickets

Zusätzlich zu den von der Stadt als fälschungssicher bezeichneten QR-Code-Bändchen sind auch noch einfache Tagestickets aus Papier im Umlauf. Davon hatte Ende März ein Friseur 350 Stück ohne Tests unter der Hand verteilt. Die vermeintlich fälschungssicheren Armbänder sollten Abhilfe schaffen.

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