Großaufgebot von Rettungskräften im Einsatz

Dramatische Rettung eines Stocherkahns auf dem Neckar in Tübingen

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Ein Stocherkahn ist am Sonntag auf ein Stauwehr zugetrieben und hat einen Großeinsatz von Rettungskräften verursacht. Der Bootsführer war über Bord gegangen.

Auf dem Neckar in Tübingen ist es am Sonntag zu einem Großeinsatz von Polizei, DLRG und Feuerwehr gekommen. Ein Stocherkahn war in Richtung eines Stauwehrs abgetrieben. Laut Polizei war der Bootsführer bei einem Wendemanöver bei starker Strömung ins Wasser gefallen, so dass der Kahn mit neun Insassen führerlos auf das Stauwehr zutrieb. Mehrere Passanten seien zu Hilfe geeilt und hätten den Kahn in ein Becken neben dem Wehr manövrieren können, so ein Feuerwehrsprecher. Dieses mutige Eingreifen der Ersthelfer habe dafür gesorgt, dass nicht mehr passiert sei, so Konrad Steibli von der DLRG Tübingen.

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DLRG: Ersthelfer hatten eigenes Leben riskiert

Sie hätten ihr Leben riskiert. Wegen der starken Strömung drohte der Kahn am Wehr fünf Meter in die Tiefe zu stürzen. Das Boot befand sich bereits unmittelbar vor dem Eingang zu den Turbinen, als die Feuerwehr eintraf. Deswegen benachrichtigten die Einsatzkräfte die Tübinger Stadtwerke, die die Maschinen sofort abschaltete. Dadurch verringerte sich die Strömungsgeschwindigkeit.

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Rettender Sprung in den Neckar

Ein Teil der Insassen habe sich durch einen Sprung in den Neckar retten können und sei mit Rettungsringen ans Ufer geholt worden, so die Feuerwehr. Eine Person konnte sich kaum noch über Wasser halten. Die eintreffenden Einsatzkräfte zogen den Kahn schließlich ans Ufer, so dass auch die restlichen Insassen von Bord gehen konnten. Bis auf leichte Unterkühlungen blieben alle Stocherkahnfahrer unverletzt.

Jubiläumsfeier auf dem Neckar

Insgesamt hatten sich neun Personen und der Stocherkahnführer auf dem Boot befunden. Die Seniorengruppe hatte sich zu einer Jubiläumsfeier ihrer Studentenzeit in der 1960er Jahren in Tübingen getroffen und die Stocherkahnfahrt gebucht. Die Senioren im Alter zwischen 78 und 86 Jahren konnten nach der medizinischen Betreuung in ihr Hotel zurückkehren.

Konsequenzen aus dem Stocherkahnunfall gefordert

Nach dem Stocherkahn-Unfall auf dem Neckar will das Tübinger Ordnungsamt auf Nachfrage des SWR zusammen mit der Feuerwehr die Konsequenzen beraten. Bisher gibt es nur ein Warnschild vor dem Stauwehr. Ein Vertreter des Tübinger Stocherkahnvereins forderte weitere Einrichtungen. So sollte ein Pegelmeßgerät in Tübingen eingerichtet werden, aus dem die Strömungsverhältnisse und Wassermengen ersichtlich sind. Auch ein Leuchtzeichen wäre hilfreich, das vor gefährlichen Situationen warnt.

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