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Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac entwickelt derzeit einen mRNA Corona-Impfstoff. Die dritte und letzte Testphase läuft. Das Unternehmen rechnet damit, im Sommer die Zulassung von der Europäischen Arzneimittelagentur zu bekommen.

Curevac lässt nach SWR-Informationen derzeit schon auf Vorrat produzieren. Das Tübinger Unternehmen hat inzwischen mit einigen großen europäischen Pharmafirmen Verträge abgeschlossen, zum Beispiel mit dem britischen Pharmakonzern "Glaxo-Smith-Kline" und mit dem Leverkusener Pharmariesen Bayer.

Impfstoffproduktion Bayer-AG (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Michael rennertz, dpa)
Ein Mitarbeiter arbeitet in der Impstoffproduktion der Bayer AG an einer Maschine. Die Produktion des CureVac-Impfstoffs soll unter anderem im Biotechnikum von Bayer in Wuppertal stattfinden. Michael rennertz, dpa

Die Bayer-AG will aus seinem Werk in Wuppertal noch in diesem Jahr die ersten Dosen des Curevac-Impfstoffs ausliefern. Bayer-Chef Stefan Oelrich hat angekündigt, dass der Konzern am Standort Wuppertal im kommenden Jahr 160 Millionen Dosen Corona-Impfstoff produzieren kann. Außerdem wird bereits in Laupheim beim Unternehmen Rentschler für Curevac produziert, und auch in einem Werk von Wacker Chemie in Amsterdam. Eine geheime Menge wird auch direkt am Hauptstandort in Tübingen produziert.

300 Millionen Impfdosen dieses Jahr

Dank seines Produktionsnetzwerks in Europa will Curevac insgesamt in diesem Jahr rund 300 Millionen Impfdosen herstellen. Im kommenden Jahr soll es dann bis zu einer Milliarde sein. Die Europäische Union hat sich schon mal 54 Millionen Dosen vom Curevac-Impfstoff gesichert. Und Deutschland hat ebenfalls eine Option auf 20 Millionen Dosen vertraglich abgeschlossen. Zum Vergleich: Vom Biontech-Pfizer Impfstoff, der ja bereits verimpft wird, hat die EU 64 Millionen Dosen bestellt, Deutschland hat eine Option auf 30 Millionen.

Zulassung eventuell noch in diesem Jahr

Der Impfstoff ist mit 35.000 Teilnehmern in der letzten Testphase. Mit einer Zulassung in der EU rechnet Curevac noch in diesem Jahr. Der Zulassungsantrag soll nach SWR-Informationen im Sommer, also zum Ende des zweiten Quartals bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA gestellt werden können. Das Tübinger Biotechunternehmen hat dafür erste Daten aus seiner Impfstudie eingereicht, die offenbar vielversprechend sind. Denn die Europäische Arzneimittelagentur hat ein beschleunigtes Prüfverfahren für den Impfstoff von Curevac gestartet. Möglicherweise gibt es dann schon ab Herbst einen Impfstoff aus Tübingen.

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