Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac eine blaue Flüssigkeit. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow; Archivbild)

Kritik an Beteiligung des Bundes an Tübinger Biotech-Unternehmen

Curevac weist Vorwürfe eines Berliner Vereins von sich

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Der Bund soll überhastet Millionen in das Tübinger Unternehmen investiert haben. Das wirft ein Verein dem Biotech-Unternehmen vor. Curevac weist die Vorwürfe von sich.

Curevac hat die Bundesregierung nach eigenen Angaben nicht zu einem millionenschweren Einstieg in das Unternehmen gedrängt. In einer Mail hatte Curevac dem Bundesministerium für Bildung und Forschung geschrieben, man wolle die Abwanderung der Corona-Impfstoff-Produktion in die USA verhindern und hatte deshalb das Ministerium um finanzielle Unterstützung gebeten. Das sei keine Drohung gewesen, so Curevac. Die Gefahr, dass Wissenschaftler abwandern, bestehe immer.

Hat sich Ministerium unter Druck setzen lassen?

Das Ministerium für Bildung und Forschung hat sich nach Ansicht des Berliner Vereins Open Knowledge Foundation (OKF) vom Tübinger Biopharma-Unternehmen Curevac unter Druck setzen lassen. Curevac habe indirekt damit gedroht, die Produktion seines Corona-Impfstoffes in die USA zu verlegen und die produzierten Impfdosen dort abzugeben, falls der Bund dem Unternehmen nicht finanziell unter die Arme greife.

OKF: Bund hat Curevac-Beteiligung nicht gründlich geprüft

Die OKF glaubt, dass die Bundesregierung aus Angst vor diesem Schritt im Juni vergangenen Jahres sehr schnell mit 300 Millionen Euro bei dem Tübinger Unternehmen eingestiegen ist. "Wir können sehen, dass eine sehr tiefe Prüfung nicht unbedingt stattgefunden hat und dass sich das Ministerium durch eine mögliche Abwanderung in die USA hat unter Druck setzen lassen", so Arne Semsrott von der OKF gegenüber dem SWR. Es stelle sich die Frage, ob das die richtige Verwendung von Steuergeldern war.

Das Bundesforschungsministerium teilte mit: Die Entscheidung, Anteile an Curevac zu kaufen, habe aber das Wirtschaftsministerium getroffen. Zu der angedeuteten möglichen Abwanderung ins Ausland, äußerte sich das Bundesforschungsministerium nicht.

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