Mehrere leere Krankenhausbetten stehen auf dem Flur der Notaufnahme des Klinikum Frankfurt Höchst.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Fabian Sommer)

Weniger Belastung auf Intensivstationen in der Omikron-Welle

Tübinger Uniklinik-Chef: Genügend freie Betten für Corona-Patienten in BW

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Der Chef des Tübinger Uniklinikums gibt Entwarnung: Wegen des meist milderen Infektionsverlaufs mit der Omikron-Variante gibt es in BW genügend freie Betten für Covid-Patienten.

Baden-Württemberg arbeitet an einem Lockerungsplan für die Corona-Beschränkungen, der Ende Februar greifen könnte. Von Seiten des Universitätsklinikums Tübingen kommen Signale, dass das vertretbar sein könnte. Denn nach Angaben des Tübinger Uniklinik-Chefs Michael Bamberg gibt es auf den Normalstationen der Unikliniken Baden-Württemberg derzeit genügend Bettenkapazitäten für Covid-19-Patientinnen und -patienten. "Da sind genügend Reserven vorhanden", so der Leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Tübinger Universitätsklinikums, Michael Bamberg.

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"Omikron-Verlauf praktisch wie leichte oder mittelschwere Grippe"

Den Grund für die freien Bettenkapazitäten sieht Bamberg im Schweregrad der Infektion mit der Omikron-Variante. Dieser sei tatsächlich deutlich geringer und damit die Belastung auf den Intensivstationen auch geringer. "Der Omikron-Verlauf ist praktisch wie eine mittelschwere oder leichte Grippe", sagte Bamberg. Die Prognosen und die Berechnungen sagten, dass etwa am 17. und 18. Februar der Gipfel der Omikronwelle erreicht sein werde. Danach stünden reichlich Betten zur Verfügung, um die Patientinnen und Patienten, die nicht schwer krank seien, auf den Normalstationen zu versorgen. "Insofern bin ich optimistisch, dass wir in wenigen Wochen diese Belastung im Wesentlichen überstanden haben werden."

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Wieder mehr normale Operationen dann möglich

Laut Bamberg könnte dann auch wieder mehr operiert werden. Operationen waren unter anderem wegen der Gefahr einer Ansteckung zurückgestellt worden. Außerdem gab es nicht ausreichend Personal. "Auf dem Höhepunkt einer jeden Welle waren wir teilweise bis zu 50 Prozent eingeschränkt und haben fast nur die Notfälle und Krebsoperationen gemacht. Das Personal war auf der Intensivstation gebunden." Nun gehe es wieder auf die anderen Stationen zurück und dann können man mehr operieren, erklärte Bamberg der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem bei der Krebsvorsorge sei dies wichtig. Denn viele Menschen seien gar nicht zur Vorsorge gegangen. Dies habe die Gefahr erhöht, dass sich versteckte Tumore weiter entwickelten und wachsen würden. "Nach Omikron geht es darum, dass wir uns wieder anderen Menschen mit den verschiedensten Erkrankungen mehr widmen können als bisher", so der Tübinger Klinikdirektor.

Prof. Michael Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor der Uniklinik Tübingen (Foto: SWR, SWR)
Prof. Michael Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor der Uniklinik Tübingen, hofft, dass Mitte Februar der Höhepunkt der Omikron-Welle erreicht ist. SWR

Bamberg: Hausärzte können auch Omikron-Patienten behandeln

Ein weiterer Faktor bei der Entlastung sieht Bamberg in den Hausärztinnen und Hausärzten. Diese könnten auch mittelschwere Omikron-Infektionen behandeln. "Omikron infiziert mehr jüngere Menschen. Und die können das verkraften. Zumal noch besser, wenn sie keine Risikofaktoren haben. Und insofern kann das auch ein Hausarzt oder Internist sehr gut behandeln", sagte der Mediziner.

In Deutschland läuft derzeit eine Debatte, wann die Corona-Maßnahmen gelockert werden sollen. Die baden-württembergische Landesregierung will nach den Fastnachtstagen grundsätzlich über die Corona-Lage beraten und sie anhand der bis dahin vorliegenden Fakten neu bewerten. Das nächste Bund-Länder-Treffen zu den Corona-Maßnahmen findet bereits davor am 16. Februar statt.

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