Bundeswettbewerb KI (Foto: SWR, Harry Röhrle)

Vom Ampfer Mampfer bis zu Fake News-Erkennung

Nachwuchs-Bundeswettbewerb für Künstliche Intelligenz in Tübingen

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In Tübingen sind beim Bundeswettbewerb für Künstliche Intelligenz Schüler-Teams aus ganz Deutschland ausgezeichnet worden. Namhafte Wissenschaftler saßen in der Jury.

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Der Wissenschafts-Nachwuchs hat an Anwendungen geforscht, die unsere Welt verbessern sollen. Die Schülerinnen und Schüler haben sich einiges einfallen lassen, um mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, kurz KI, ganz neue, nie da gewesene Dinge zu entwickeln.

Sieger entwickelt bessere medizinische Analyse

Der Hauptgewinn von 1.500 Euro ging an ein Team aus dem hohen Norden. Der 17-jährige David Rutkevich aus Leer in Ostfriesland hat einen Algorithmus entwickelt, der weiße Blutzellen analysiert. Das hilft bei der Erkennung von Krankheiten wie HIV oder Affenpocken.

Bundeswettbewerb KI (Foto: SWR, Harry Röhrle)
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewerten die Arbeit der Nachwuchsforscher. Harry Röhrle

Ampfer Mampfer spürt Unkraut auf

Der 15-jährige Christian Krause aus Rottum in Oberschwaben hat den „Ampfer Mampfer“:entwickelt. Das ist ein Algorithmus, der auf Drohnenbildern das Feldunkraut Ampfer erkennt und gezielt Roboter losschicken könnte, um das Unkraut zu entfernen. Auf großflächiges Aussprühen von Unkrautvernichtungsmittel könnte verzichtet werden. Der 15-jährige räumte gleich zwei Auszeichnungen ab: den Sonderpreis "Umwelt und Nachhaltigkeit" und den Publikumspreis, dotiert mit jeweils 500 Euro.

„Die jungen Forscherinnen und Forscher sind vielleicht viel schneller fähig, in ein Unternehmen einzusteigen und damit auch den Fachkräftemangel zu reduzieren.“

Software findet Falschmeldungen im Internet

Die beiden 17-jährigen Vincent Elster und Caspar Pagel aus Hamburg haben mit KI eine Software entwickelt, die Nachrichten mit falschen Inhalten, also Fake-News, entdeckt und den Nutzer warnt. Dafür erhielten die beiden den "Nachwuchspreis" und 500 Euro.

Bundeswettbewerb KI (Foto: SWR, Harry Röhrle)
Prof. Bernhard Schölkopf vom Tübinger Max-Planck-Institut lässt sich von Caspar Pagel und Vincent Elster die Fake-News-Erkennungssoftware erklären. Harry Röhrle

Drohne bringt selbständig Medizin

In der Sonderkategorie „Hardware“ siegten Alexander Lowa und Moritz Erbe. Die beiden 18-jährigen aus der Nähe von Dresden erhielten einen Geldpreis in Höhe von 750 Euro. Mit ihrer autonom KI-gesteuerten Drohne könnten in Zukunft medizinische Hilfsmittel schnell zu ihren Zielort gebracht werden.

Bundeswettbewerb KI (Foto: SWR, Harry Röhrle)
Alexander Lowa mit einer KI-gesteuerten Transportdrohne. Harry Röhrle

Der Bundeswettbewerb wurde 2018 am KI-Forschungsstandort Tübingen durch Prof. Dr. Matthias Bethge (Direktor des Tübingen AI Center), Dr. Wieland Brendel (Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen) und Prof. Dr. Bernhard Schölkopf (Direktor Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen) ins Leben gerufen. Diese Wissenschaftler sitzen neben anderen in der Jury.

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