STAND

Abstand halten und wo immer es geht: Homeoffice. Diese Marschrichtung gilt seit Anfang März in unserem Arbeitsalltag. Eine riesige Umstellung für alle Beteiligten - die nicht nur Nachteile gebracht hat.

Mit der Corona-Pandemie standen viele Betriebe vor einer großen Herausforderung. Sie mussten Laptops beschaffen für die, die ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegen, Software für virtuelle Konferenzen und manchmal sogar Büroausstattung bereitstellen. Die, die im Unternehmen blieben, mussten in Schichten arbeiten, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig am Arbeitsplatz aufhalten.

Weiter virtuelle Meetinges

Ein Sprung ins kalte Wasser war das. Trotzdem sind sie extrem positiv, die Homeoffice-Erfahrungen, die die meisten Unternehmen gesammelt haben. Das zeigt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Reutlingen, so Pressesprecher Christoph Heise. Es sei meist richtig gut gelaufen. Einige Unternehmen gaben gegenüber der IHK auch an, dass man Konferenzen und Meetings weiter virtuell abhalten und künftig mehr Homeoffice anbieten wolle.

Zusammen einen Kaffee trinken fehlt

Dennoch: Viele, die daheim arbeiten, vermissen die Kollegen, das gemeinsame Mittagessen, die kurzen Gespräche auf dem Flur - und wollen Homeoffice deshalb nicht als Dauerzustand. Der Geschäftsführer des Outdoor-Versands Bergfreunde in Kirchentellinsfurt, Ronny Höhn, sagte dem SWR, die Kultur einer Firma leide durch zu viel Homeoffice. Die leeren Büros seien ein trauriger Anblick; Kollegen müssten sich auch mal begegnen und miteinander reden. Außerdem klappe so manche Absprache nicht so gut wie im direkten Kontakt.

Boss hat einen Plan

Bei der Hugo Boss AG in Metzingen dagegen haben Geschäftsleitung und Betriebsrat schon ein Homeoffice-Konzept erarbeitet. Das sieht tatsächlich vor, dass das Arbeiten daheim fest im Betrieb verankert wird - – wo immer es möglich ist. Die Mitarbeiter waren nämlich laut einer Umfrage in den vergangenen Monaten viel zufriedener als zuvor, weiß Personalchef Jochen Eckhold. Ab Oktober dürfen viele Hugo-Boss-Mitarbeiter an zwei Tagen pro Woche von zuhause arbeiten,– wenn sie das wollen. Drei Tage müssen sie im Unternehmen sein, damit das Zusammengehörigkeitsgefühl nicht verloren geht – und zum Beispiel Neueinsteiger nicht in der Luft hängen, sondern Ansprechpartner und echte Kollegen haben.

Mehr zum Thema Homeoffice

Von zu Hause aus arbeiten Weiterbildung und E-Learning in Zeiten von Corona

Stay at home - so lautet die Devise. Viele Menschen arbeiten aktuell von zu Hause aus. Homeoffice stellt Unternehmen vor Herausforderungen, deswegen ist die Weiterbildungsbranche gerade sehr gefragt.  mehr...

Softwareanbieter profitiert von Homeoffice Teamviewer verzeichnet höhere Einnahmen durch Corona-Krise

In Zeiten von Homeoffice und virtuellen Treffen mit Freunden und Familie ist Vernetzung wohl so wichtig wie noch nie. Die Software von Teamviewer bietet genau das - und profitiert so von der Corona-Krise.  mehr...

STAND
AUTOR/IN