Gemeindereferenten und Gemeindereferentinnen mit Fürst Gebhard Fürst in der Kirche St. Martin in Rottenburg (Foto: Jochen Wiedemann Diözesee Rottenburg-Stuttgart)

Gleichberechtigung in der katholischen Kirche

Frauen und Laien dürfen erstmals in der Diözese Rottenburg-Stuttgart taufen

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Lisamarie Haas
Lisamarie Haas ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen. (Foto: SWR, Jochen Krumpe)

Bischof Gebhard Fürst hat 26 Pastoralreferentinnen und -referenten beauftragt, die Taufe zu spenden. Bislang durften nur Priester und Diakone taufen.

Laien-Theologen dürfen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart nun erstmals die Taufe spenden. 26 Gemeindereferenten - 22 Frauen und vier Männer - wurden dafür ausgewählt und bei einem Gottesdienst am Mittwoch in Rottenburg (Kreis Tübingen) offiziell zu Taufspendern und Taufspenderinnen beauftragt. Möglich macht das ein Dekret des Bischofs Gebhard Fürst vom November 2022. Bislang durften im Bistum nur Priester und Diakone das Sakrament der Taufe spenden.

Großes Interesse in den Kirchengemeinden

„Das ist ein wichtiger Dienst, den Sie leisten“, sagte Bischof Fürst beim Gottesdienst im Dom St. Martin in Rottenburg. Die Taufe zu spenden bedeute, Gottes Gnade in und an einem Menschen zum Wirken zu bringen. „Kann es etwas Schöneres geben?“, fragte der Bischof.


Gemeindereferenten und Gemeindereferentinnen mit Fürst Gebhard Fürst in der Kirche St. Martin in Rottenburg (Foto: Jochen Wiedemann Diözesee Rottenburg-Stuttgart)
Diese 26 Männer und Frauen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart dürfen nun die Taufe spenden.

Die neuen Taufspender und Taufspenderinnen mussten zuvor einen Kurs absolvieren, der sie für die Aufgabe qualifiziert. Dabei wurden sie unter anderem in die theologische Bedeutung und in die feierliche Liturgie der Taufe eingeführt. Rund 90 Bewerbungen waren dafür eingegangen, nur 26 konnten dieses Jahr in den Kurs aufgenommen werden. Die Diözese wolle nun den ersten Kurs evaluieren und zukünftig weitere Kurse anbieten.

Schritt zu mehr Gleichberechtigung

Laut der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist die Beauftragung ein "wichtiges Signal" für Wandel und Gleichberechtigung in der katholischen Kirche. "Wenn nun Frauen und Männer mit unterschiedlichen Lebenshintergründen die Taufe spenden dürfen und so die unverbrüchliche Liebe Gottes zu uns Menschen zusprechen, wird die Kirche ein Stück authentischer", sagte Ursula Renner, Vertreterin der Berufsverbände der Gemeinde- referentinnen und -referenten in der Diözese. Gleichzeitig sei es aber nur ein erster Schritt, auf den weitere folgen sollen.

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