Gießstrategie Stadt Tübingen

Hohe Waldbrandgefahr

Reutlingen: Trockenheit macht Natur zu schaffen

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Anne Schmidt
Anne Schmidt ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

In einzelnen Orten in der Region gilt seit Dienstag die höchste Waldbrand-Warnstufe des Deutschen Wetterdienstes. Die trockene Witterung setzt dem Getreide und jungen Bäumen zu.

Die Trockenheit wirkt sich zunehmend auch auf die Pflanzenwelt im Nordschwarzwald und auf der Alb aus. Während es im Frühjahr zu kalt und nass war, ist es nun zu trocken. Weil die Böden wegen mangelnder Feuchtigkeit aufreißen, rechnen einige Landwirte mit Einbußen bei der Ernte. Die Wetterextreme erschweren die Arbeit, sagte Landwirt Olaf Pank dem SWR.

Die anhaltende Trockenperiode führe dazu, dass Getreide und Mais von Schädlingen befallen werden. Fehlender Regen bedeute, dass von den Pflanzen auch keine Blattläuse oder schwarzen Bohnenläuse mehr abgewaschen werden, so Pank vom Hofgut Alteburg in Reutlingen-Bronnweiler.

Trockenheit: Risse in ausgetrockneten Lehmböden
Die Trockenheit hinterlässt Spuren: Tiefe Risse in ausgetrockneten Lehmböden in Tübingen

Wiesen im Nordschwarzwald sehr trocken

In Petersweiler (Kreis Freudenstadt) musste die Feuerwehr am Freitag bereits einen Flächenbrand löschen. An einem Steinbruch hatte sich das Gras entzündet. Eine Sprecherin des Landratsamtes teilte auf Anfrage des SWR mit, dass Forst- und Feuerwehrleute wegen der Trockenheit in engem Austausch stehen. Laut Freudenstädter Kreisforstamt sind die Waldböden im Nordschwarzwald wegen des verregneten Frühjahrs aber noch gut durchfeuchtet.

Waldbrand: Größte Gefahr geht vom Menschen aus

Der ständige Wind trocknet vor allem die Wiesen stark aus. Die größte Gefahr, geht laut Landratsamt Freudenstadt vom Mensch aus. So können sich beispielsweise ausgetrocknete Waldböden oder Grasflächen entzünden, wenn dort Autos mit noch heißen Katalysatoren geparkt werden. Noch gelten zwar keine Verbote: Wer aber öffentliche Grillstellen nutzt, sollte Glutreste löschen und beim Autofahren keine glimmenden Zigaretten aus dem Fenster werfen.

Gießen bei Trockenheit
Grünflächenberater empfehlen vor dem Gießen, die Erde um den Baumstamm aufzulockern.

Junge Bäume leiden unter Trockenstress

Im regenreichen Frühjahr konnten die Bäume auftanken. "Lieber 20 Liter im Mai als 200 Liter im Juli", so lautet die Faustregel, sagte der Grünflächenberater Gerd Reinhardt vom Reutlinger Landratsamt dem SWR. Denn im Frühjahr, wenn die Bäumen wachsen, benötigen sie besonders viel Wasser. Im Juni und Juli verholzen die Triebe langsam und der Wasserbedarf sinkt. Das gilt nicht für frei stehende junge Bäume in Gärten oder Innenstädten. Diese sind laut Reinhardt besonders durstig. Bei Trockenheit empfiehlt er sie zu gießen. Dazu hatte auch die Stadt Reutlingen kürzlich aufgerufen.

"Einmal harken spart dreißigmal Gießen".

Aus ökologischen Gründen empfiehlt Reinhard, junge Bäume mit Regenwasser zu gießen. Wichtig sei die Vorarbeit. Am besten lockert man die Erde um den Stamm mit einer Harke gründlich auf, damit das Gießwasser bis zu den feinen Wurzeln vordringen und vom Baum aufgenommen werden kann, so der Gartenexperte.

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