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Baden kann man zwar weiterhin, aber die Gemeinde wird die Wiese nicht mehr mähen und die Toiletten abbauen. Das hat der Gemeinderat entschieden. Denn der See gehört einem Kieswerk.

Schon seit Jahren ist der Badesee immer wieder Thema im Gemeinderat in Kirchentellinsfurt (Kreis Tübingen). In der ganzen Gegend war er lange Zeit als nächtlicher Treffpunkt bekannt und auch Nacktbader haben dort nicht nur gebadet. Viele Kirchentellinsfurter sind deshalb nicht mehr gerne schwimmen gegangen und Familien blieben fern.

Noch kein Vertrag mit Eigentümer

Im vergangenen Sommer hatte die Gemeinde einen Sicherheitsdienst beauftragt und ein ganz neues Nutzungskonzept der einzelnen Uferbereiche vorgelegt: Badestrand, Wakeboard-Anlage und Naturschutzzonen. Jetzt droht das alles zu kippen, denn mit dem Eigentümer des Sees, der Epple Kiesbaggerei, ist bisher kein neuer Pachtvertrag zustande gekommen.

Baden noch möglich

"Baden kann man auch weiterhin im See", sagt Kirchentellinsfurts Bürgermeister Haug. Nur müsse der Eigentümer die Verantwortung für den Badebetrieb künftig selbst tragen. Die Gemeinde will den Container der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft entfernen, Warnschilder abbauen und vieles mehr, was den Badebetrieb absichert. Der Gemeinderat hat das am Donnerstag so beschlossen.

Kostenfrage ungeklärt

Es geht ums Geld. Denn Hintergrund des Rückzugs ist eine höhere Pacht, die der Eigentümer, das Kieswerk, von der Gemeinde fordert. Hinzu kommen noch jährliche Kosten für Mähen, Müll entsorgen und die Toiletten-Häuschen. Die Gemeinde will künftig nur noch für ordnungsrechtliche Belange wie das Parken und den Security-Dienst zuständig sein. Ob es vielleicht doch noch zu einer Einigung zwischen Gemeinde und der Firma kommt, ist derzeit noch unklar.

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