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Seit Wochen strömen Tagestouristen in den Schönbuch oder den Schwarzwald. Sie suchen Erholung. Doch für die Tiere im Wald bedeuten die vielen Menschen Stress, der auch tödlich enden kann.

Die vielen Spaziergänger, Radfahrer und Wintersportlerinnen stören im Naturpark Schönbuch und im Nationalpark Schwarzwald teilweise die Winterruhe der Tiere. Die Förster und Ranger bitten dringend darum, auf den Wegen zu bleiben.

Empfindliche Auerhühner

Wenn die Tiere in der harten Winterzeit immer wieder aufgeschreckt werden, koste sie das immens viel Kraft, so Rangerin Friederike Schneider vom Nationalpark Schwarzwald. Und das in einer Zeit, in der es für sie nur wenig gehaltvolle Nahrung gebe. Bei den empfindlichen Auerhühnern könne das zum Tod führen, so Schneider. Abgesperrte Winterruhezonen dürften deshalb nicht betreten werden. Platz auf den ausgewiesenen Wanderwegen gebe es genügend.

Verstärkte Kontrollen

Auf der Schwäbischen Alb ist das Problem mit Wanderern und Radlern, die die Wanderwege verlassen, nicht ganz so groß. So schätzt zumindest der Leiter des Staatswaldforstbezirks Mittlere Alb, Werner Gamerdinger die Lage ein. Die Alb sei weitläufiger. Große Probleme haben dagegen Hirsche, Rehe, Füchse und Vögel im Naturpark Schönbuch, sagt der Leiter des Staatswaldforstbezirks Schönbuch, Götz von Bülow. Die Spuren im Schnee zeigten, dass viele Wanderer und Radler auch auf kleinen Pfaden unterwegs seien. Die Kontrollen sollen deshalb verstärkt werden.

Auch abends keine Ruhe

Aus Angst würden sich die Tiere deshalb abends zum Äsen erst sehr spät aus dem Schutz der Bäume hervorwagen, so der Leiter des Staatswaldforstbezirks Schönbuch. Und selbst dann herrsche keine Ruhe: Bis 19 Uhr seien Joggerinnen mit Stirnlampen und Radler mit großen Scheinwerfern unterwegs und verscheuchten die Tiere. Auch von Bülow bittet dringend darum, auf den Wegen zu bleiben.

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