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Nachdem die Landesregierung alle Impfzentren aufgefordert hat, die Impfungen mit Astrazeneca sofort auszusetzen, fallen in Tübingen, Freudenstadt, Calw und im Zollernalbkreis hunderte Impftermine aus. Das haben die Landkreise bestätigt.

Im Kreis Freudenstadt werden rund 2.000 Impftermine mit Astrazeneca gestrichen – egal, ob es um die Erst- oder die Zweitimpfung geht, teilte eine Sprecherin des Landratsamtes mit. Im Impfzentrum in Meßstetten (Zollernalbkreis) betrifft der Impfstopp rund 150 Termine pro Tag. Hier sollen die Betroffenen per Mail oder Telefon kontaktiert werden.

Eine Frau erhält eine Impfung mit einer Spritze in den Oberarm  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Termine mit Astrazeneca-Impfstoff werden gestoppt (Symbolbild) Picture Alliance

Impftermine für Biontech bleiben

Auch im Kreis Tübingen und Calw sollen die Terminabsagen per Mail kommen. Im Tübinger Impfzentrum fallen rund 450 geplante Astrazeneca-Impftermine pro Tag aus. Das sei fast die Hälfte der Termine, wie Michael Bamberg der Chef der Tübinger Uniklinik dem "Schwäbischen Tagblatt" sagte. Impftermine für Biontech bleiben wie geplant bestehen. 

Direkte Terminumbuchungen sind oft nicht möglich, da es insgesamt zu wenig anderen Impfstoff gebe, heißt es aus den Landratsämtern.

Landrat Riegger fordert bessere Impfstrategie

Calws Landrat Helmut Riegger (CDU) fordert die Bundesregierung auf, eine schnelle Lösung für eine bessere Impfstrategie zu finden.

"Diese Nachricht ist natürlich ein herber Schlag für die konsequente Umsetzung der Impfstrategie."

Helmut Riegger (CDU), Landrat des Kreises Calw

Paul-Ehrlich-Institut empfiehlt Stopp

Das Bundesgesundheitsministerium hatte entschieden, die Corona-Impfungen mit Astrazeneca für weitere Prüfungen vorsorglich auszusetzen, weil in Deutschland bei rund 1,7 Mio Impfungen bisher sieben Menschen eine Hirnvenen-Thrombose bekommen haben. Das seien überdurchschnittlich viele. Die Bundesregierung hatte aufgrund einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts die Corona-Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich ausgesetzt.

Impfstopp bis Montag

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird nun entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse hinsichtlich aktueller Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken. Der Impfstopp gilt vorerst bis Montag.

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