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Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) startet am Mittwoch eine bundesweite Coronavirus-Antikörperstudie in Reutlingen. Auf einem ehemaligen Paketpostgelände geht das Testzentrum in Betrieb.

Im Kreis Reutlingen sollen innerhalb von zunächst vier Wochen bis zu 3.000 Menschen auf Antikörper gegen das neuartige Coronavirus getestet werden. Sie wurden über das Einwohnermeldeamt angeschrieben. Eingeladen wurde ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung. Eine zweite Erhebung ist für den Herbst oder Winter vorgesehen. Genauso will das HZI in voraussichtlich acht weiteren deutschen Kommunen vorgehen.

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Bundesweite Studie über Antikörper

Die unterschiedlichen Testorte und Testzeitpunkte sollen eine verlässliche Übertragung der Ergebnisse auf die gesamte Bevölkerung ermöglichen. Die Forscher wollen unter anderem herausfinden, inwieweit die Anzahl jener Menschen mit Antikörpern mit der Zahl der gemeldeten Infektionsfälle übereinstimmt. Neben Alter und Geschlecht sollen beispielsweise auch Berufsgruppen und Vorerkrankungen der Probanden abgefragt werden.

"Wir wollen besser verstehen, mit welcher Geschwindigkeit sich das Coronavirus verbreitet, welche Bevölkerungsgruppen betroffen sind und wie viele wahrscheinlich immun sind."

Studienleiter Gérard Krause zur Deutschen Presse-Agentur

Entscheidungsgrundlage für Umgang mit Corona

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