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Tübingen ist am Wochenende nicht übervoll mit Gästen gewesen. Die Tagestickets für Menschen, die nicht in Tübingen leben oder aus dem Landkreis kommen, wurden begrenzt. Das soll nun so bleiben.

Gäste, die nicht aus dem Kreis Tübingen kommen, können damit weiterhin nur noch an drei der insgesamt neun Stationen einen Corona-Schnelltest machen lassen, um ein Tagesticket für Läden, Kinos, Theater und Straßencafés zu bekommen. Diese Regelung habe sich am Samstag bewährt, so die Stadtverwaltung.

Über Oster keine Tagestickets für Touristen

Der Tagestourismus sei in einem verträglichen Rahmen geblieben. Tübingen wurde am Samstag nicht überrannt. An Gäste von auswärts werden künftig pro Tag nur noch 3.000 Tagestickets ausgegeben. In einem SWR-Interview am Samstag sagte Palmer, dass über Ostern Auswärtige sogar gar keine Tagestickts bekommen.

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Seit fast zwei Wochen läuft in Tübingen ein Modell, wie Lockerungen trotz anhaltender Coronavirus-Pandemie möglich sind. Am Samstag standen schon um 9 Uhr vormittags, eine halbe Stunde vor Öffnung der Teststationen, die Menschen Schlange. Nur wer einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen kann, bekommt ein Tagesticket zum Einkaufen und Kaffee trinken.

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Der Tübinger Modellversuch wurde mit Genehmigung des Sozialministerium bis zum 18. April verlängert.

In einem Video auf Facebook zeigte der Grünen-Politiker die Szenerie vom Rathaus aus. Darauf waren einige Menschen, doch dicht an dicht gedrängte Menschenmassen waren nicht zu sehen.

Dieses Video postete Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, am Samstagmittag

Kehrseite der Öffnungen: Beschwerden über Partys und Müll

Während anderswo also die "Notbremse" gezogen wird und Geschäfte wieder schließen, sieht Tübingen fast so aus wie vor der Pandemie. Allerdings stößt das auch vielen auf. Beschwerden gab es speziell in den sozialen Netzwerken unter anderem über den Freitagabend, an dem es manchen Tübingern "zu viel Party" mit Alkohol, aber ohne Abstand und Masken gab. Entsprechend voll waren auch die Papierkörbe in der Innenstadt am Samstagfrüh.

Palmer kritisiert Verstöße - kein Alkohol nach 20 Uhr

Via Facebook äußerte Palmer Kritik: "Der Alkohol. Lange währender Freiheitsentzug. Frühlingstemperaturen. Es geht aber trotzdem nicht." Wenn das Modellprojekt scheitere, weil abends die Viren verteilt werden, werde nicht nur SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagen, dass nur der Lockdown helfe, so Palmer weiter. Der Grünen-Politiker spielte auf einen Disput mit Lauterbach an, der im Verlauf der Woche das Tübinger Modell öffentlich kritisierte.

Palmer appelierte an alle, "sich zu erinnern: Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen zusammen stehen." Er habe als Leiter der Ortspolizeibehörde entschieden, dass um 20 Uhr der Ausschank für Getränke auf die Straße eingestellt werde. Das sei die einzige Möglichkeit, "eine übergroße Zahl von Verstößen gegen die Corona-Verordnung des Landes zu verhindern." Mit Tagesticket und Registrierung dürfe man aber weiter bis 23 Uhr in den Außenbereichen der Gastronomie sitzen bleiben.

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