Arbeitsagentur Reutlingen (Foto: SWR, Bernhard Kirschner)

Viel Bewegung am Arbeitsmarkt

Im August wieder deutlich mehr Arbeitslose gemeldet

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Die Urlaubszeit, die steigende Zahl ukrainischer Flüchtlinge sowie das Ende vieler Ausbildungen lassen die Arbeitslosenquoten überall in der Region steigen. Das zeigen die Arbeitsmarktberichte aus der Region.

In den Bezirken Reutlingen, Schwarzwald-Baar-Heuberg, Nagold und Balingen ist die Quote verglichen mit der im Juli um bis zu 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Am höchsten liegt sie mit 4 Prozent im Bezirk Nagold-Pforzheim. Einen großen Einfluss auf den Anstieg der Arbeitslosigkeit hat eine Rechtsänderung, so die Arbeitsagenturen. Seit 1. Juni haben Geflüchtete aus der Ukraine Anspruch auf Sozialleistungen und werden von den Jobcentern betreut. Dies schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Besonders sichtbar ist der Anstieg beim Jobcenter Tübingen. Dort sind 21 Prozent mehr Menschen gemeldet als im Juli.

Noch viele freie Ausbildungsstellen

Die gestiegenen Arbeitslosenenzahlen stoßen gleichzeitig auf eine weiter ansteigende Zahl offener Stellen. "Die Betriebe melden deutlich mehr Stellenangebote als gewöhnlich" , so Sylvia Scholz von der Agentur für Arbeit Rottweil- Villingen-Schwenningen. Die wirtschaftlichen Belastungen durch den Ukraine-Krieg und eine mögliche Verschärfung der Energiekrise führten aktuell nicht dazu, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften sinke. "Die Chancen für junge Menschen, noch kurzfristig eine Ausbildungsstelle zu erhalten, war noch nie so gut wie in diesem Jahr" wirbt Markus Nill von der Arbeitsagentur Reutlingen. Viele interessante Betriebe aus unterschiedlichen Branchen würden weiterhin händeringend Nachwuchskräfte suchen.

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