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Im Mordprozess am Landgericht Tübingen hat der Angeklagte gestanden, eine Rentnerin in Rottenburg getötet zu haben. Zu seiner Person äußerte sich der 44-Jährige nicht.

Der Angeklagte schilderte dem Richter genau, wie er in die Wohnung seiner Nachbarin in Rottenburg ging und die 66-Jährige mit Fäusten schlug, bis sie auf dem Boden lag. So habe er sie mehrere Stunden liegen lassen. Als sie nicht mehr atmete, habe er ihr das Genick gebrochen, so der Angeklagte vor dem Tübinger Schwurgericht. Die Frau und ihr Liebhaber hätten sein Kind kaufen wollen. Das habe er der Polizei gemeldet, doch die habe ihn nicht ernst genommen, so der Angeklagte in seiner Aussage. Daraufhin habe er die Sache in die Hand genommen.

Landgericht Tübingen (Foto: SWR, Stefanie Assenheimer)
Das Tübinger Schwurgericht Stefanie Assenheimer

Anklage geht von Raubmord aus

Laut Anklage hatte der Mann zunächst freundschaftlichen Kontakt zu der alleinstehenden 66-Jährigen. Der Angeklagte war als Pfleger der Nachbarin tätig und wohnte im selben Haus in Rottenburg. Im Januar soll er in die Wohnung seines Opfers gekommen sein, um sie zu berauben. Dabei habe er auf die Rentnerin eingeschlagen und sie gewürgt, so die Anklage. Anschließend nahm er Bargeld, eine EC-Karte und andere Wertgegenstände mit. Außerdem habe er der Frau gedroht, sie umzubringen, sollte sie die Polizei benachrichtigen. Bereits davor soll der Pfleger die Frau bedrängt und von ihr Geld verlangt haben. Um den Raub zu vertuschen, habe er die Rentnerin umgebracht.

Angeklagter ist vorbestraft

Diesen Vorwurf wies der Angeklagte weit von sich. Er betonte mehrfach, dass er nicht gestohlen habe, weder Bargeld noch EC-Karte. Über sich selbst wollte er nichts sagen. Sein Verteidiger berichtete, dass der Angeklagte mit zwei Jahren in ein Heim kam und als Jugendlicher auf der Straße lebte. Da wisse man nicht so richtig, was mit ihm passiert sei, welche traumatischen Erlebnisse er gemacht habe, so der Verteidiger. Der 44-Jährige ist vorbestraft, weil er in Zwickau vor ein paar Jahren einen Mann überfallen hat. Der Angeklagte begründete die Tat damit, dass der Mann damals ein Kind missbraucht habe.

Wie geht der Prozess weiter?

Insgesamt sind vier Verhandlungstage angesetzt. Am Montag sollen Sachverständige aussagen. Der Angeklagte bat den Richter um ein schnelles Urteil, er wolle einfach seine Ruhe. Er wolle auch keine Gespräche mit Gutachtern führen oder sich Zeugenaussagen anhören. Und er erklärte, sollte er im Gerichtssaal den Liebhaber des Opfers sehen, dann fange er an zu kochen, dann wisse er nicht, was passiere.

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