Der Tübinger OB Boris Palmer und seine Frau bei der Verpflichtung auf seine dritte Amstzeit als OB von Tübingen (Foto: SWR, Marcel Wagner)

Sondersitzung des Gemeinderats

Dritte Amtszeit: Palmer als Oberbürgermeister in Tübingen verpflichtet

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Palmer hatte in der Vergangenheit mit verschiedenen Aussagen für Kontroversen gesorgt. Seine Bürgermeisterkollegen wünschten ihm zum Einstand "Impulskontrolle" und "Empathie".

Der Tübinger OB Boris Palmer ist am Mittwochabend in einer Sondersitzung des Gemeinderats für eine dritte Amtszeit verpflichtet worden. Er war im Oktober im Amt bestätigt worden.

"Wo Palmer ist, ist Intensität und Leidenschaft. Wo Palmer ist, ist Handlungswille. Wo Palmer ist, ist definitiv keine Langeweile."

Gemeinderätin Annette Schmidt überreichte Boris Palmer die Amtskette und gratulierte im Namen des Gemeinderats. Sie erinnerte an die hohe Wahlbeteiligung, die auch daher komme, dass der Wahlkampf Tübingen über Wochen beschäftigt und deutschlandweit interessiert habe.

"Herr Oberbürgermeister, sie lassen niemanden kalt", sagte Schmidt mit Blick auf Positionen und Äußerungen Palmers, die viele als kontrovers empfunden hätten, auch wenn die Stadtgesellschaft längst nicht so gespalten gewesen sei, wie von außen oft behauptet.

Nicht nur Lob, sondern auch Mahnungen

"Diskussionen müssen sensibler geführt werden. Das wünschen wir uns für die nächsten acht Jahre von Ihnen", sagte Schmidt zu Palmer und mahnte an, in der Stadtpolitik müssten auch Emotionen, nicht nur Fakten berücksichtigt werden, etwa wenn es darum gehe, nachts - trotz der Angst vieler vor allem Bürgerinnen - die Straßenbeleuchtung auszustellen, um Strom zu sparen. Die Bürgermeister Söhlke und Harsch überreichten Palmer in Anlehnung an seine Wahlkampagne eine Collage mit Wünschen für die kommende Amtszeit, darunter "Impulskontrolle" und "Klugheit und Empathie".

Palmer: Tübingen nicht mehr unregierbar

Palmer bedankte sich ausdrücklich bei den 2.100 Beschäftigten der Stadtverwaltung, die herausragende Arbeit leisten würden. Bei der ersten Amtseinführung seien es noch 1.500 gewesen.  Es habe Zeiten gegeben, in denen der Tübinger Gemeinderat für unregierbar gehalten wurde, so Palmer. Heute diskutiere der Gemeinderat immer noch hitzig, treffe aber trotz sieben Fraktionen oft weise Entscheidungen.

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