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Er wollte verhindern, dass die Stadt Tübingen Grundstücke an den Online-Händler Amazon verkauft. Deshalb hatte ein 31-Jähriger eine Gemeinderatssitzung gestört. Den Prozess wegen Hausfriedensbruchs nutzen Aktivisten für eine weitere Demonstration.

Rund 80 Unterstützer des Angeklagten forderten, der Angeklagte solle freigesprochen werden. Außerdem unterstrichen sie dessen Bedenken gegen eine Amazon-Ansiedlung in Tübingen mit Transparenten.

Amazon-Gegner demonstrieren in Tübingen. (Foto: SWR)
Amazon-Gegner demonstrieren in Tübingen.

Vorwürfe gegen Amazon und Cyber Valley

Dem Gemeinderat warfen sie vor, er habe ein wertvolles Grundstück zu einem Spottpreis an eines der größten Unternehmen der Welt verkauft. Die Demonstranten zeigen sich überzeugt davon, dass der Versandhändler und der Forschungsverbund Cyber Valley auch für das amerikanische Militär arbeiten.

Zwischenrufe und Banner im Gemeinderat

Der Angeklagte hatte vor rund einem Jahr die Gemeinderatssitzung gestört, in der es um den Grundstücks-Verkauf an Amazon ging. Zusammen mit rund 30 anderen Aktivisten hatte er eine lange Stellungnahme verlesen. Es gab damals immer wieder Zwischenrufe und Gesänge im Sitzungssaal des Rathauses.

Anzeige wegen Hausfriedensbruchs

Oberbürgermeister Palmer ließ die Gruppe von der Polizei abführen und zeigte sie wegen Hausfriedensbruchs an. Das Amtsgericht muss nun auch klären, ob Palmer damit korrekt gehandelt hat oder ob er den Gemeinderat hätte miteinbeziehen müssen. Der Tübinger Oberbürgermeister war der erste Zeuge, der im Prozess am Tübinger Amtsgericht gehört wurde. Ein Urteil wird Anfang Dezember erwartet.

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