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Eine Pipeline mit Bier. Das klingt für viele wie ein Traum. In der Klosterbrauerei Alpirsbach im Kreis Freudenstadt ist es Realität - und zwar seit nun 50 Jahren.

Eine Bier-Leitung ist zum Beispiel beim Münchner Oktoberfest oder unter der Fußball-Arena auf Schalke in Betrieb. Die wohl älteste Bier-Pipeline gibt es allerdings im Landkreis Freudenstadt: in Alpirsbach. Die Klosterbrauerei Alpirsbach hat vor 50 Jahren ihre Rohre dazu in drei Metern Tiefe fast einen Kilometer weit durch den halben Ort verlegt. Laut der Brauerei selbst handelt es sich dabei um die älteste Bier-Pipeline der Welt.

Alpirsbacher Bier-Pipeline (Foto: SWR, SWR/Pia-Maria Pelzer)
Es sieht mehr aus wie ein Heizungskeller - tatsächlich fließt durch diese Rohre Bier. Kein trinkfertiges allerdings. SWR/Pia-Maria Pelzer

Was unter dem Namen "Bier-Pipeline" so exotisch klingt, ist tatsächlich ein Edelstahlrohr, das die sogenannte Würze - sprich: das unvergorene Bier - ins Gär- und Abfüllwerk transportiert.

Bier-Pipeline auch 50 Jahre später noch in Betrieb

Heute fließt also kein trinkfertiges Bier mehr durch, aber die Pipeline ist immer noch in Betrieb. Der Anfang der Pipeline liegt etwa 980 Meter entfernt beim Sudhaus auf dem historischen Klostergelände in Alpirsbach.

Die Pipeline in Alpirsbach war Vorbild für viele andere, die danach gebaut wurden: Das jüngste Beispiel liegt in der Stadt Brügge in Belgien. Die dortigen Brauer haben sich vor dem Bau ihrer rund drei Kilometer langen Pipeline zuvor in Alpirsbach informiert, wie der Inhaber der Brauerei in Alpirsbach, Karl Glauner, erzählt.

Pipeline war damals die einzige Option

Dass so eine Bier-Pipeline zur Zeit ihrer Installation in Alpirsbach ein Novum war, hielt die Bierbrauer vor Ort nicht ab. Schon damals habe es gute Gründe für den Bau gegeben, wie Glauner weiter erklärt.

Wir sind in Alpirsbach aufgrund der Lage ausgesprochen beengt. Auf der einen Seite ist das Kloster, auf der anderen Seite die Bahnlinie und das Rathaus. So konnten wir nicht in die Höhe bauen, sondern nur in die Tiefe. Und da hat man viele Lagertanks in die Erde gesprengt und gebaut.

Karl Glauner, Inhaber der Alpirsbacher Brauerei

Die Brauerei habe expandieren müssen. Hinter dem Alpirsbacher Kloster sei ein ehemaliges Textilwerk freigeworden. Dort habe man das neue Abfüll-Zentrum eingerichtet. Die Pipeline verbindet die beiden Standorte - Problem also gelöst.

Die Herausforderung lag im Detail

Herausforderungen gab es aber trotzdem einige. Eine davon war, das Bier nach unten laufen zu lassen. Das war gar nicht so einfach, denn die Kohlensäure im Bier drängt es aufwärts.

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